Dienstag, 14. August 2018
"Conquered land"

"Bring in 1000 Russians to your town: you get a group of people who will have to assimilate to succeed and will bring some interesting new perspectives.

Bring in 1 million Russians: Your town becomes Russia.

Now replace Russian with any group. It’s not that difficult."

https://twitter.com/Lauren_Southern/status/1028204302651645952

Türkei in Deutschland

 

 

British culture?

4:02… blood, culture or passport? … 4:25… I can't say chinese, am I ?

Kein einziger erzählt was von afternoon-tea…

Bezüglich Kulturfragen verweise ich auf meinen Beitrag: "nicht identifizierbare deutsche Kultur"



 

 

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Sonntag, 12. August 2018
"Rape Culture" (1)
(Nein, es geht nicht wirklich um "Rape", nur um "Mord". Ich pack das aber einfach mal in eins…)


"Entscheiden Sie bitte jetzt darüber, ob Tommy ein guter oder ein böser Mensch ist!" – Das Kranke ist, dass mein Hirn tatsächlich mit dieser Art von Fragen umgehen muss… Ist er gut oder böse? Rechts oder links? (Kann ich mich mit dem sehen lassen? Darf ich den verlinken? Muss ich mich distanzieren?)

Bitte auch hier klicken: URGENT! Tommy Robinson faces prison AGAIN | Ezra Levant




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"Expel islam from the west"

Women (W) vs. Milo Yiannopoulos (M)

5:47 (W) "what I'm trying to say to you is…"
  "what is your solution? If you think you have the answer to everything…"
6:04 (M) "expel islam from the west"

to expel – ausweisen, ausstoßen





Sowas geht natürlich gar nicht. Schon allein der "Diskriminierung" wegen, der Heiligen Kuh aller Political Correctness. Zu sagen, die Anhänger der einen Religion haben dort ihren Platz auf diesem Planeten und die anderen hier, ist das pure Böse in Aktion. Die Nazis haben anfangs auch nur darüber nachgedacht, die Juden lediglich wegzuschaffen (nach Madagaskar) – und es hat im Völkermord geendet. Dies beweist für alle Zeit: Wer nur damit anfängt, darüber nachzudenken, Menschengruppen zu trennen, der ist böse, ein Nazi. Überhaupt ist alles Trennen und Spalten ein Ausdruck des Bösen und des Hasses, während alles Zusammenführen und Vermischen ein Ausdruck von Liebe ist. Das verdeutlicht uns ja auch der sexuelle Akt oder einfach eine liebevolle Umarmung…

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Samstag, 11. August 2018
Rechtes Denken, linkes Denken (1)
Ein Video mit Larken Rose und Lauren Southern. Schon alleine wegen des ungewöhnlichen Settings empfehlenswert: Rechts und links von der Bühne gibt es jeweils einen Künstler, der so vor sich hin malt, und sich scheinbar überhaupt nicht dafür interessiert, was die beiden da auf der Bühne für Argumente austauschen. Sie bleiben in ihrer Kunst versunken und malen einfach ihr Bild. Vielleicht sollte man dies als Beispiel nehmen für die Art, wie man diesen ewigen Streit zwischen Rechts und Links am besten erträgt: Ihn einfach nicht so ernst nehmen. – Währendessen streiten sich die beiden Hauptakteure über eines ihrer Lieblingsthemen: Grenzen.

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Freitag, 10. August 2018
RD2



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Rechtes Denken (1)

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Freitag, 29. Juni 2018
Bedürfnisse in der Politik, Homoehe, Menschenrechte – (Was ist Diskriminierung?)

A) "Wir schufen uns die Ehe, weil wir ein Bedürfnis danach hatten."

B) "Wir schufen uns die Homoehe, weil wir ein Bedürfnis danach hatten."

 

Im Fall B ist die Bedürfnislage etwas komplizierter. Denn mehrheitlich haben "wir" – die wir überwiegend Heteros sind – ja nicht das direkte Bedürfnis nach Homoehe. Unser mehrheitliches Bedürfnis ist hier eher das Streben nach Idealvorstellungen wie "Toleranz", "Nicht-Diskriminierung" und "moralischer Perfektion". Und/Oder das Streben nach einem friedlichen und freundlichen Miteinander mit unseren homosexuellen Mitbürgern.

Ich bejahe die Homoehe, weil ich vor allem das Bedürfnis sehe, anerkannt werden zu wollen, in einem Bereich, der stark persönlich bis stark intim ist, und der im allgemeinen mit zum Heiligsten gehört, was der Mensch zu bieten hat: Liebe. Dies anzuerkennen, ist wiederrum ein Bedürfnis von mir. Und ich werde ein Teufel tun, mich auf die Albernheit und den doch blasphemischen Größenwahn zu versteifen, hier irgendwelche Schubladen von Liebe aufzumachen, die von vorn herein besser oder schlechter sind. Die Liebe ist immer so heilig, wie die Liebe eben sein kann. Man kann es als Außenstehender niemals beurteilen.

Allerdings habe ich auch das seltsame Bedürfnis, darzulegen, dass es nicht unbedingt als "Diskriminierung" zu betrachten ist, wenn eine Gesellschaft Homosexuellen kein Ehe-Angebot macht. Ich finde es zwar "überwiegend falsch". Die Logik des Diskriminierungsvorwurfes fußt aus meiner Sicht allerdings auf ein paar seltsamen Prämissen, welche nicht wirklich zwingend sind.

Denn zuerst einmal sind Homosexuelle nichts anderes als Menschen mit anderen Bedürfnissen. Nicht mehr und nicht weniger. Und eine andere Bedürfnislage begründet noch nicht automatisch einen Anspruch auf Anpassung der rechtlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten. Das ist offenkundig, zumindest wenn es um mein Bedürfnis geht, Graß auf Rezept in der Apotheke kaufen zu können. Oder wenn es um das Bedürfnis des Veganers geht, in den Restaurants seiner Stadt auch ein auf ihn zugeschnittenes Angebot zu bekommen. Veganer haben das Recht, wieder jeder andere auch, zu bestellen, was sie mögen, und wenn sie nichts mögen, weil nichts vegan ist, dann ist das erstmal ihr Problem. Vor dem Gesetz und der Restaurantkarte sind alle Menschen gleich.

In der linken Diskriminierungslogik hat sich nach meinem Ermessen eine Sichtweise breit gemacht, die Homosexuelle fast zu so etwas wie einer anderen Menschenart macht. Und dass sie aufgrund dieses Statusses automatisch das Recht auf "ihre Homoehe" erwerben. Aber letztlich ist das von vorne bis hinten nur eine willkürliche Festlegung, ein Denken, das aus Prämissen besteht.

Ich behaupte, das einzig wesentliche Argument für die Homoehe besteht in der Tiefe des Bedürfnisses von Homosexuellen. Denn es gibt Bedürfnisse, die sind so tief und fundamental, dass sie Rechte begründen. Je tiefer ein Bedürfnis in der Seele sitzt, desto mehr Macht und Recht soll es haben. Ich behaupte, dass der ganze Kanon von Menschenrechten letztlich keinen anderen Grund hat. Es ist niemals ein "logischer".

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Freitag, 22. Juni 2018
Jesu Christi völkisch diskriminierende Gesinnung

Matthäus 15,21:

Von dort zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück.
Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.
Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie (von ihrer Sorge), denn sie schreit hinter uns her.
Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.
Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir!
Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.
Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen.
Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kanaan


Auch, wenn die völkische Gesinnung hier gleich wieder überwunden worden scheint, weil sich Jesus letztlich doch erbarmen lässt. Sie wird nicht grundsätzlich überwunden. Sie wird in dem speziellem Moment nur ausgestochen von einem anderen Ideal. Jesus macht hier keine Kehrtwende zu den Werten der Political Correctness und den Menschenrechten nach heutigem Verständnis.
Aber wollen wir es dem lieben Jesus mal nicht nachtragen. Schließlich kam auch uns das Bewusstsein von den heiligen Menschenrechten erst ca. 2000 Jahre später. Der "Sohn Gottes" kann nichts dafür. Und wahrscheinlich hat selbst Gott die Menschenrechte erst mit unserer Hilfe entdeckt. Wir sind der Segen.

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Mittwoch, 13. Juni 2018
Sprache & Geist – (Vogelschiss)

Man muss den Prozess mal in seiner ganzen psychologisch elementaren Wirklichkeit sehen: Wir stehen alle vor dem gleichen Wort, den gleichen Worten, – und schlagen von dort unterschiedliche Wege des Assoziierens und Meinens ein.

D.h. also die gleichen Worte bedeuten für uns jeden etwas anderes. Natürlich immer auch graduell. Das ist kein Feld absoluter Beliebigkeiten. Aber vom Grundsatz und mindestens in der Feinjustierung der Assoziationen gilt dies immer.

Und so gibt es also Leute, die vor den Worten "Hitler war nur ein Vogelschiss" stehen und daraus machen: "Der millionenfache Massenmord war nur ein Vogelschiss" – und es gibt Leute, die diesen Assoziationspfad nicht einschlagen. Erstere regen sich natürlich heftig auf. Letztere in der Regel nicht, außer sie finden auf ihrem individuellen Pfad Gründe dafür.

Und ganz offensichtlich – das muss auch in aller elementaren Klarheit gesehen werden – gibt es hier sehr häufig Nebenmotiviationen. Und nicht selten sind es diese Nebenmotivationen, die den Ausschlag dafür geben, ob man zu der einen Sorte von "Verständigen" gehört, oder zu der anderen.

Nebenmotivationen sind es, die einen dazu treiben, sich allen Ernstes auf den Standpunkt zu stellen: "Meine Interpretation der Worte ist die einzig richtige!"

"Was hat mein Gegenüber wirklich sagen wollen?" – Soweit ich das betrachte, ist es sehr selten, dass eine Kommunikation über Politisches oder Moralisches von einer solch reinen Motivation angetrieben ist. Ein Machtinstinkt in uns – und Macht gehört mit zu den stärksten Motiven in uns, vor allem im moralischen Bereich – gibt uns schon ziemlich früh Signale darüber, welche Assoziationen für uns in diesem Fall von Vorteil sein werden – z.B. nämlich um seinen politischen Gegner angreifen zu können. Indem ich die Worte meines Gegners bewusst auf eine ganz bestimmte Weise interpretiere, kann ich es z.B. "nachweisen" (haha), dass er eine schlechte moralische Gesinnung hat, und dass ich daher der Überlegene bin und mit allen meinen politischen Anliegen Vorrang genießen sollte.

Was Kommunikation sein sollte, ist also stattdessen häufig nur ein Machtkampf. Und der Machtkampf mit der Sprache verläuft stets so, dass wir zu allererst damit beginnen, die Sprache starr zu machen – eben immer da, wo es zu unseren Gunsten ist.

Aber das ist irgendwie auch ein recht kindisches Spiel. Denn wir spielen dieses Spiel nicht nur so weit, wie es (manchmal eben) nötig ist, sondern wir übertreiben damit grundsätzlich. Wir treiben es gerne so weit, dass wir uns selbst darin verlieren, und uns immer wieder allen Ernstes auf den Standpunkt stellen, dass man hier oder dort nun wirklich nicht mehr anders denken kann, als wir es tun. Dieses Wort ist so zu interpretieren, dieses Wort so, – und am Ende kommt unsere einzig richtige Interpretation des Gesagten mit einer Notwendigkeit heraus als würde man eine Mathematik-Aufgabe lösen, und das haben bitte alle anzuerkennen. Das nenne ich kindliches Verhalten.

Und dann kommt folgender Schlachtruf auf: "Die Maske ist gefallen!" Spätestens jetzt ist die Maske "für jeden sichtbar" gefallen! Spätestens jetzt gibt es keine Ausrede mehr. Spätestens jetzt musst Du der AfD den Rücken kehren. Weil sie da vor uns liegen, diese beiden Worte "Hitler" und "Vogelschiss", und weil es hier überhaupt keine andere Deutungsmöglichkeit gibt als die unsere.

Was man hier im Grunde nur tut: Selbst-Bestätigung. Man konstruiert sich gedanklich Bestätigungen seiner eigenen Sichtweise, indem man sich vormacht, von seinem Gegner absichtlich oder unabsichtlich bestätigt worden zu sein.

Aber wie oft hat man schon einen solchen Sieg über die AfD ausgerufen? – "Demaskiert!", "Jetzt ist aber wirklich die rote Linie überschritten!", "Jetzt ist sie wirklich untragbar!", "Für jeden sichtbar" – Ich sage, dies hilft auch diesmal nicht, um mit dem "Problem AfD" fertigzuwerden. Denn letztlich sind alle Signale, die wir aussenden, in unserem Gegner nur so kraftvoll, wie er sie auch in sich hineinlässt.

Was anderes ist es natürlich, dass es heute immernoch Zeitzeugen und Überlebende der Shoa gibt, die aufgrund ihrer persönlichen Verquickung und traumatischen Erfahrung es nur schwer ertragen können, einen Satz wie "Hitler war nur ein Vogelschiss" zu hören. An diesem Punkt kann man Gauland natürlich einen Vorwurf machen, denn diese Menschen haben wirklich einen handfesten Grund für eine eventuelle Unfähigkeit, sich für die wahre Aussageabsicht zu interessieren, wenn sie mit bestimmten Bildern konfrontiert werden. Daher könnte ich das Urteil bejahen, dass Gauland sich unhöflich und unanständig verhalten hat – eben in Hinsicht auf diese besondere Gruppe. Aber es sollte für Außenstehende, also praktisch die gesamte Gesellschaft, nicht nötig sein, die Kontexte hier durcheinander zu schmeißen und Gauland die Aussageabsicht "Millionen getötete Menschen sind nur ein Vogelschiss" unterzuschieben. Das ist einfach nur affig, peinlich, triebgesteuert und unreflektiert.

Wie man sich auf Sprache stürzt und sich an jedem einzelnen Wort festhält:

https://twitter.com/dunjahayali/status/1003895192687120386


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Samstag, 9. Juni 2018
europäisches Wir-Gefühl? – nicht vorhanden

Nun gibt es ihn doch wieder, diesen Ruf nach einem Wir-Bewusstsein bzw. Wir-Gefühl. Natürlich nicht auf "nationaler" Ebene – das ist heutezutage ja praktisch undenkbar geworden – sondern, wie es sich gehört, mit Bezug auf Europa: Steinmeier in Polen: "Wir brauchen ein neues Wir-Gefühl"

Mir geht es derweil immernoch so: Ich kenne ein gewisses, wohlwollendes und nicht allzu "ernstes" Wir-Bewusstsein in Bezug auf Deutschland und "uns Deutsche". Und wenn ich darüber hinaus gehen will – wozu ich gerne bereit bin –, dann lande ich eigentlich gleich bei: Die ganze, große, liebe Welt, die ganze Menschheit. Europa als Zwischenschritt, als Zwischenstufe von Wir-Gefühl, gibt es für mich im Grunde gar nicht. Wahrscheinlich auch, weil ich es vorrangig immer nur als Eliten-Projekt wahrnehme, als etwas Künstliches und zwanghaft Gewolltes, als ein Projekt von anderen Leuten (von Politikern), die es mir ständig anempfehlen wollen und daraus sogar eine moralische Sache machen. Das Europa der Politiker (die EU) ist für mich kein natürlich gewachsenes Phänomen. Folglich gibt es auch kein echtes Wir-Gefühl.

Die einzige Art von politischer Prozess, die mich zu einem solchen europäischen Wir-Gefühl treiben könnte, wäre wahrscheinlich die konsequente Einführung von direkten Demokratien a la Schweiz in allen europäischen Staaten (was wohl leider nicht passieren wird). Wenn sich diese "echteren" Demokratien dann immer wieder leidenschaftlich "für Europa" entscheiden – und zwar ohne, dass sie ständig von einer einseitigen Presse und anderen meinungsbildenden Institutionen wie z.B. die Kirche ständig daraufhin dressiert werden – dann könnte mich das überzeugen und vielleicht sogar dahin bringen, dass ich mich von "Deutschland" identitär ganz verabschiede. Dann wäre das wirklich ein Prozess geistigen Zusammenwachsens.

Europa als Zwischenschritt zwischen Deutschland und "die ganze Welt" gibt es für mich also nicht. Dafür kenne ich aber sehr freudvolle Triebe und gute Absichten in mir bezüglich nationaler Freundschaften. Ich denke z.B. an "Deutschland & Polen", oder "Deutschland & Dänemark", "Deutschland & Tschechien", etc. etc. Hier bin ich sogar ein Schwarmgeist allererster Güte. Der Gedanke, dass hier Völker Freundschaften schließen, entzückt mich jedes Mal von neuem.

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Mittwoch, 6. Juni 2018
Mein Vogelschiss Highlight…

… kommt für mich vom Spiegel: Hier wird einem nämlich genauer erklärt, was ein Vogelschiss ist...

Man fühlt sich fast wie bei einem Kindermagazin, das vielleicht "Logo" heißt / heißen könnte. Der nette Spiegel erklärt uns, wie wir Sprache richtig verwenden, welche Assoziationen hier im Standardmodell der Vernunft zugelassen sind, und warum also die gedankliche Verbindung von "Hitler" und "Vogelschiss" falsch ist.

Danke Spiegel! Ohne Dich hätte ich das wahrscheinlich nicht auf die Reihe bekommen! Na klar, spätestens bei der Darlegung der Weg-Wisch-Metapher ist mir klargeworden, dass "Vogelschiss" kein gutes Attribut für das Phänomen Hitler ist! Mit Deiner Erklärung kann ich nun 2 +2 richtig ausrechnen! Und natürlich hast Du auch Recht in deiner Grundhaltung, dass Sprache gewissen Regeln zu folgen hat, und dass da nicht irgend welche Individuen daher kommen können, die für sich nach anderen Regeln spielen. Sprache ist Eigentum des politisch korrekten Mainstreams! Alles andere würde die Sache ja auch viel zu kompliziert machen. Wir wollen Sprache ja auch sekundär– oder primär? – dazu verwenden, um unser Meinungs-Revier abzustecken, um unsere Gesinnungs-Zugehörigkeit und unseren Gehorsam unter die herrschende Moral der Zeit nach außen hin erkennbar zu machen (– um uns scheinbar zu "zeigen" – innerhalb eines stark degenerierten, moralischen Affentheaters, in dem das Bekenntnis zu den "Guten" nie etwas kostet…). Und dafür brauchen wir schon ein paar einfache, eindeutige Zuordnungen von Erkennungsmerkmalen. Und da es ja um mindestens die zwei Mannschaften "gut" vs. "böse" geht, und da ja so wahnsinnig viel davon abhängt, diese beiden Lager zu jederzeit erkennen zu können – dafür brauchen wir eben Standardregeln, die für alle gelten. Die Assoziation "Hitler" und "Vogelschiss" ist falsch. Punkt. Was anderes behaupten nur böse Menschen oder Geisteskranke mit fehlerhaftem Assoziationsmodul in ihrem Kopf. – Denn der Mainstream ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Und die richtige Meinung. Amen.

Man versuche mit mir zu fühlen: Diese öffentlichen Versuche der Sprach- und Meinungsnormierung schlagen mir auf den Magen. Ich fühle mich hier neben dem Kinderkanal im Fernsehen noch an Militär-Drills erinnert, an eine sehr häßliche Seite von real existierender Militär-Un-Kultur: Wenn sich die Vorgesetzten erlauben, ihren Untertanen nicht nur äußere Handlungen aufzuerlegen, sondern ihnen auch noch die Hörigkeit und Unterordnung im Geiste abverlangen, wenigstens dem Anschein nach: Sie sollen z.B. gewisse Dinge ausrufen, die eigentlich ein Ausdruck von Emotionen und persönlicher Überzeugtheit sind. Z.B. sollen sie "Schade!" ausrufen, wenn sie Freitag Nachmittag in das Wochenende entlassen werden. Dadurch wird die Unterwürfigkeit des Soldaten noch eine Stufe tiefer getrieben. Im militärischen Hörigkeits-Absolutismus ist die eigene Meinung des Soldaten eben so total egal, dass sich dazu auch leicht eine Portion Respektlosigkeit vor der Soldaten-Meinung gesellt, und damit auch vor dem Individuum an sich. Man will auch noch das Lächeln befehlen, wenn der Soldat seinen Befehl erhält, und betritt hiermit eigentlich eine Zone von Erniedrigung und "psychischen Hausfriedensbruch", die sich Menschen untereinander grundsätzlich nicht antun sollten, auch im Militär nicht. – – – Man vermutet vielleicht noch, dass die Befehlshörigkeit dadurch noch etwas besser abgesichert wird: Je weniger Individualität, je weniger individuellen Kern, desto besser! Das ist aber das ur-faschistische Element überhaupt! Der Zwang bereits im Denken. Das Brechen aller Individualität. Das Eindringen in die inneren Zonen des Menschen. Die Gleichschaltung – neben dem äußeren Verhalten – auch im Geiste. Die Gleichschaltung vor allem im Geiste. – Übrigens glaube ich, dass das Militär dieses Element überhaupt nicht nötig hätte. Man könnte auf diese Übertreibung in der Befehls-Kultur locker verzichten und den einzelnen Soldaten in seiner Individualität durchaus mehr würdigen. Dieser zollt es seinem Land dann vielleicht mit tieferer Dankbarkeit, Idealismus und Treue. (Gedanken von jemandem, der nie beim Militär gewesen ist.)

Wer sich an Sprache vergreift, und die ihm zur Verfügung stehende Macht dazu verwenden will, Sprach- und Meinungsnormen allgemeinverbindlich zu etablieren – unter Androhung von Sanktionen wie z.B. der der sozialen Ausgrenzung und / oder eines Karriereknicks –, der betreibt vom Prinzip her nichts anderes wie der gerade beschriebene, faschistoide Typus von Vorgesetzten im Militärapparat. Auch wenn es um eine sehr viel schwächere Form des Zwangs und einen sehr viel schwächeren Versuch von "psychischen Hausfriedensbruch" geht. Der prinzipielle Versuch des Eindringens in andere Köpfe liegt vor. Du sollst Sprache "richtig" verwenden und Du sollst "richtig" denken…

Aber gut, bis zu einem gewissen Grad, stecken wir alle in diesem "schmutzigen Geschäft" mit drin. Denn auch wir versuchen ja "unseren Senf dazu zu geben" – so wie ich gerade –, und natürlich tun wir das auch mit der Absicht, dass sich etwas in den Köpfen der anderen verändert, hin zu einer Denkrichtung, die wir eben für richtig halten. Aber es gibt hier qualitative Unterschiede, je nach Einsatz der Mittel, ob man sich an kollektiver Hetze beteiligt oder nicht, ob man an einer gesamtgesellschaftlichen Ausgrenzung für Andersdenkende, Anders-Assoziierende und Anders-Sprechende mitwirkt oder nicht.

Die starken Tendenzen zur Sprachnormierung gehen jedenfalls mit einer Tendenz zur Überrationalität einher. Und dies geht wiederrum mit einer Tendenz zur Erstarrung der Sprachintelligenz einher. Sprache wird – entgegen ihrer Natur – zu etwas Statischem. Sie wird immer weniger etwas Flüssiges, das man je nach Kontext zu interpretieren hat. So blockiert der Mensch in sich Kommunikationsfähigkeiten, die eigentlich völlig natürlich und selbstverständlich sind, wie z.B. der spielerische Umgang mit Widersprüchen und Ironien. Und er weiß eigentlich auch, dass gewisse Aussagen nur in Hinsicht von bestimmten Teilaspekten anzuwenden sind. Für mich war es jedenfalls klar, dass Gauland mit seiner Vogelschiss-Aussage nicht meinte, dass es ein "Vogelschiss" sei, wenn 5 Millionen Juden ermordert werden. Das meinte er einfach nicht. Aber die Sprachlogik-Brutalisten des Mainstreams können wohl nicht mehr anders, als ihm diese Teilaussage unterzuschieben. "Weil es ja logisch ist, so wie 2+2 = 4." – Leidet man vielleicht an Autismus? Oder es ist nur das: Man lässt an seinem politischen Erzfeind grundsätzlich kein gutes Haar und glaubt schon aus taktischen Erwägungen nicht an das Gute in ihm.

Das Kampf um das Gute nach eigener Vorstellung ist ein großes, schmutziges Hauen und Klauen, in dem jede Unfairness erlaubt ist. – Kann das dem "Guten" wirklich dienen? (Kann es teilweise, temporär, dem "Guten" dienen oder ist es sogar ein völliger Holzweg?)


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Freitag, 27. April 2018
"aber"

"Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber… "

"Ich habe ja nichts gegen Flüchtlinge, aber… "

"Ich habe ja nichts gegen Menschen, aber… "

 

Wir befinden uns in einer Situation, in der schon gewisse Formulierungsschemata an den Pranger gestellt werden. Wer ein Satz mit "aber" gebraucht, wie oben, der ist ein Menschenfeind! – diese Sitte scheint sich gerade herauszubilden, bzw. sie hat sich schon herausgebildet.

Ich finde das höchst problematisch, vor allem in Anbetracht der grundsätzlichen Funktion des Wortes "aber" – dient dieses Wort doch prinzipiell als Differenzierungsinstrument. Darf man folgern, dass der Mainstream eben kein Interesse an differenzierten Aussagen hat? Dass ihm Differenzierung überhaupt nicht so viel liegt, wenn es um Gut und Böse geht? – Bei der Moral hört der Spaß und die Toleranz für Andersdenkende auf. Und das ist ja auch irgendwie logisch, liegt in der Natur der Sache. Die Guten wollen die Bösen unterdrücken. Sie betrachten gerade das als ihre "gute Tat".

Aber: Den Menschen selbst, die dieses Wort "aber" in obiger Weise gebrauchen, tut man häufig Unrecht. Selbst, wenn man sich inhaltlich auf den Standpunkt stellt, dass sie da etwas Unausgegorenes von sich geben. In den meisten Fällen, wenn ein solcher Satz mit "aber" fällt, sehe ich einen guten Willen dahinter, ein aufrichtiges Bemühen, sich differenziert auszudrücken. Ich sehe keine Lüge im Anfangssatz "Ich habe ja nichts gegen XY…", sondern Ehrlichkeit. Und ich sehe Ehrlichkeit in dem, was danach kommt. Zuerst die positive Aussage, dann eine graduelle Einschränkung, die möglicherweise auch ein Ausdruck der eigenen Begrenztheit ist und ein Anmelden eigener Ansprüche und Bedürfnisse. Man ist nunmal nicht uneingeschränkt opferbereit.

Wer sich hier empören will, der kann sich immer auch über sich selbst empören.

 

Ich habe ja nichts gegen Menschen…

aber

so sehr ans Herz gewachsen, dass ich auf meinen nächsten Urlaub verzichte, oder auf meine Absicherung im Alter, oder mein neues Auto, meinen neuen Computer, mein eigenes Haus, meinen ausschweifenden Lebensstil, etc., etc., sind sie mir eben doch nicht. Gewiss könnte ich all mein Erspartes spenden – aber ich tue es nicht, weil meine Liebe begrenzt ist.

Für wen gilt dieser Satz nicht?

 

Ich finde, man sollte schleunigstens mit dieser neuesten Unsitte aufhören, diese Sätze mit "aber" grundsätzlich zu verteufeln. Das ist ja schon allein deswegen bescheuert, weil es die Schablonenhaftigkeit unseres Denkens und Urteilens verstärkt. Unser Denken ist schon schablonenhaft genug.

Aber die "Guten" von heute scheinen genau das zu wollen. Überall sollen klare Orientierungsmarken gesetzt werden, damit auch jedermann zu jederzeit weiß, wo gut und wo böse liegt. Es wäre ja auch viel zu anstrengend, jedes Mal genau zuzuhören und selbst nachzudenken, geschweige denn zu differenzieren. Wer das Böse bekämpfen will und seine Waffen auf die bösen Menschen abfeuern will, der braucht zuerst einmal eine klare Zuordnung von Gut und Böse.

 

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Freitag, 16. März 2018
Nicht-Rassismus ist natürlich

Es quietscht und knirscht im Gebälk, wenn man den Satz "Rassismus ist natürlich" hört, davon gehe ich aus. Der Satz tut weh, er tut mir weh. Und doch muss ich ihn schreiben, denn das ist hier gewissermaßen das Konzept: Grenzübertretungen ohne Rücksicht auf Verluste. Der Konformismus des Mainstreams, offensichtlich angetrieben vor allem von Feigheit, macht mich aggressiv bis selbstzerstörerisch. Realität darf nur noch lieb und nett sein. Dieses Weichspülprogramm ist unerträglich. Die massive Bevorzugung von angenehmen Wahrheiten zu ungunsten der unangenehmen ist eines erwachsenen Lebens nicht würdig.

Aber da ich meine Hausaufgaben ja jetzt gemacht habe, kann ich auch mal lieb sein und nocheinmal eine bequeme Wahrheit servieren:

Nicht-Rassimus ist selbstverständlich auch natürlich, vollkommen natürlich – und in ganz vielen Aufeinandertreffen zwischen zwei Homo Sapiens eine Selbstverständlichkeit. Es ist in diesem Sinne nichts, das man fördern oder anerziehen muss.

(Anti-Rassismus dagegen ist oft etwas Unnatürliches.)

Wo liegt also das Problem?

Offensichtlich läuft irgendwas im Kopf schief.




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