Mittwoch, 12. Dezember 2018
Der Mensch und die Feigheit (und die Demokratie)

Um die Betrachtung der suboptimalen psychischen Grundsituation des Menschen annähernd komplett zu machen, muss noch die Feigheit erwähnt werden. (Diesmal komme ich wieder ohne Parteinahme für rechts oder links aus. Dieses Thema ist mir zu wichtig.)

Sie ist da. Wir haben zuviel davon. Und wir haben kein Erziehungssystem, das sie uns auszutreiben versucht.

Für mich ist das eigentlich etwas Unfassbares. Ich verstehe es nicht. Warum? Warum ist das so? Hat hier denn keiner eine tiefe Liebe zum Menschen? Zur Seele? Zu sich selbst?

Feigheit ist für mich per Definition eine "billige Angst", eine Angst, die wir nicht haben müssten. Die wir nur mit ein kleines bißchen Anstrengung, Konzentration und Härte gegen uns selbst überwinden könnten. Mit ein kleines bißchen Ermutigung von außen wäre auch schon viel gewonnen.

Aber der überwiegend materialistische Blick der Politik übersieht hier den Handlungsbedarf. Als Verschwörungstheoretiker könnte man jetzt sagen: "Die Politik will das starke Individuum ja auch gar nicht. So hat sie eine leichter zu lenkende Herde." Ich glaube aber, man hat es bisher schlicht vergessen. Bzw. das Thema ist noch nicht zu Bewusstsein gestiegen. Man schätzt die Innenwelt des Menschen noch nicht genug. Die Politik fühlt sich dafür noch nicht zuständig. (Doch das sollte sie.)

 

Bei der Lektüre der "Weißbücher" des Vereins Sterbehilfe Deutschland [1] [2] [3] [4] [5] ist es mir das ein oder andere Mal aufgefallen: 70-, 80 Jahre alte Menschen, die beim Rückblick auf ihr Leben davon berichteten, dass sie sich nicht getraut haben, aus der Kirche auszutreten! 70, 80 Jahre Entwicklungszeit waren nicht genug, um dies zu leisten! Um sich geistig zu emanzipieren. Um das Wagnis einzugehen, allein mit Gott zu gehen und keine weltliche Bestätigung nötig zu haben. Um endgültig mit der Kirche zu brechen. Um stärker und größer zu sein als der Käfig der konditionierten Psyche. – Ich urteile nicht über sie. Ich bin ja selber auch feige. Und schließlich waren alle diese Menschen mutig genug, bewusst in den Tod zu gehen. Aber erstaunt hat es mich schon.

Jedenfalls zeigt es auf, was ohnehin klar sein müsste: Feigheit ist in ihren Auswirkungen auch politisch. Ich schätze das Ausmaß sehr groß ein. Ein kollektiver Rückgang der Feigheit um 90% würde uns ganz andere Wahlergebnisse einbringen. All die "Bürgerlichen", die CDU wählen, weil sie schon ihr ganzes Leben CDU gewählt haben und schließlich gar nicht mehr anders können. Die schon aus einer allgemeinen Angst vor Veränderung immer lieber beim Alten und Bewährten bleiben und die sich an der peinlichen Vorstellung festhalten, dass die CDU christlich sei. Und sehr wahrscheinlich gäbe es auch paar mehr Prozente für die AfD. Denn es verlangt vielen Mut ab, ihr Kreuz dort zu machen. (Wer hier jetzt sagt: "Ist doch prima, wenn die Feigheit von heute wenigstens dafür gut ist, der AfD Wählerstimmen vorzuenthalten.", der begeht für mich eine Todsünde, denn für mich gibt es nichts Heiligeres als die Seele.)

 

Für mich implizieren all diese psychischen Unzulänglichkeiten des Menschen eine dramatische und fundamentale Infragestellung unserer "Demokratie". Mir ist die Sichtweise möglich, dass wir de facto gar keine Demokratie haben, denn eine Demokratie setzt den mündigen Bürger voraus, der nicht nur theoretisch frei denken und wählen kann. Es braucht ein Mindestmaß an geistiger Emanzipiertheit, um eine Demokratie bilden zu können. Es gibt auch keine echte Religionsfreiheit, wenn sich die Menschen doch nicht trauen, aus der Kirche auszutreten. Der Geist muss entwickelt sein. Sonst ist alles nur Quark und billiger Schein. Wir sind zwar schon etwas besser dran als vor 100 Jahren, als die Kirchen noch viel massiveren Einfluss auf unsere Köpfe, Moralen und unser Gewissen hatten, doch wir haben noch ein gutes Stück zu gehen. – Ich warte noch auf die Partei, die sich das mal ins Programm schreibt.

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Samstag, 8. Dezember 2018
Etwas ernster – nochmal zur allgemeinen Gestörtheit


Einerseits nehmt Ihr das Leben zu ernst, und andererseits nicht ernst genug.

(vgl. Seth / Jane Roberts)


Ich will ein bißchen ernster werden. Vielleicht war ich das bisher nicht genug. Vielleicht nehme ich Politik und den Streit zwischen rechts und links zu sehr auf die leichte Schulter?


Ich bin nicht wirklich in der Lage, den Wahrheitsgehalt meiner These "Wir haben alle ne Macke" qualitativ, quantitativ, differenziert zu bewerten. Ehrlich gesagt habe ich auch selbst so meine Zweifel. Und dazu auch noch Zweifel der schlimmsten Sorte: Ein Zweifel, der sich obendrein seiner selbst unsicher ist. Eine Unsicherheit im Denken, die einem Wackelkontakt ähnelt. Mal ja, mal nein.

Ich denke auch, dass wir als Menschen einfach noch extrem wenig entwickelt sind. Wir sind einfach noch zu blöd, zu unreif, zu sehr jugendlich-dumm, übereifrig, ohne Maß und Feingespür. (siehe Nietzsche, unten)

Und ich tendiere doch deutlich in die Richtung, dass die Linke psychisch gestörter ist als die Rechte. Die Linke scheint mir nämlich ideologischer und das ist eine der intensivsten Formen von Geistesstörung. Und sie hat diese übergroßen Phobien vor der "Nation", vor "rechts", vor "Volk". Man darf dies wohl neurotisch nennen. Oder einen Fall von Traumatisierung. Mindestens ist es ein Fanatismus, der für eine entsprechende intensivse pawlow'sche Prägung sorgt. Die Menschen sind fast nur noch Automaten dieser Prägungen. Man gibt ihnen ein: "Einwanderung begrenzen!" Und sie reagieren z.B. mit: "Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda!" Ein Helfersyndrom und eine allgemeine moralische Überreiztheit kann man bei vielen sicherlich auch feststellen.

Gewiss, die Linke ist die "moralisch ambitioniertere" Hälfte. Doch die Art und Weise, wie sie ambitioniert ist, hat oft auch krankhafte Züge.

Während sich die kritikwürdige Linke übereifrig in Ideologien und guten Absichten überschlägt, ist die kritikwürdige Rechte eher dumpf. Sie operiert mit Begriffen von Volk, Stamm und Nation, wie es die Menschen seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden tun. Sie steigert sich hier nicht groß hinein, obwohl eine solche Überfixierung natürlich auch bei vielen Rechten vorkommt. Im Großen und Ganzen scheint sie mir aber entspannter zu sein im Umgang mit diesen Begriffen. Sie benutzt sie in aller Unschuld und sie passen zu sehr natürlichen Gefühlen und Bedürfnissen. Vielleicht ist das meiste, was man ihr hier noch vorwerfen kann, dass sie ein bißchen zu bequem in ihren Vorstellungen verharrt, aber das ist ja gleichzeitig auch ihr gutes Recht.



Nietzsche, Friedrich, Jenseits von Gut und Böse, Zweites Hauptstück. Der freie Geist, 31

Man verehrt und verachtet in jungen Jahren noch ohne jene Kunst der Nuance, welche den besten Gewinn des Lebens ausmacht, und muß es billigerweise hart büßen, solchergestalt Menschen und Dinge mit Ja und Nein überfallen zu haben. Es ist alles darauf eingerichtet, daß der schlechteste aller Geschmäcker, der Geschmack für das Unbedingte, grausam genarrt und gemißbraucht werde, bis der Mensch lernt, etwas Kunst in seine Gefühle zu legen und lieber noch mit dem Künstlichen den Versuch zu wagen: wie es die rechten Artisten des Lebens tun. Das Zornige und Ehrfürchtige, das der Jugend eignet, scheint sich keine Ruhe zu geben, bevor es nicht Menschen und Dinge so zurechtgefälscht hat, daß es sich an ihnen auslassen kann – Jugend ist an sich schon etwas Fälschendes und Betrügerisches. Später, wenn die junge Seele, durch lauter Enttäuschungen gemartert, sich endlich argwöhnisch gegen sich selbst zurückwendet, immer noch heiß und wild, auch in ihrem Argwohne und Gewissensbisse: wie zürnt sie sich nunmehr, wie zerreißt sie sich ungeduldig, wie nimmt sie Rache für ihre lange Selbst-Verblendung, wie als ob sie eine willkürliche Blindheit gewesen sei! In diesem Übergange bestraft man sich selber, durch Mißtrauen gegen sein Gefühl; man foltert seine Begeisterung durch den Zweifel, ja man fühlt schon das gute Gewissen als eine Gefahr, gleichsam als Selbst-Verschleierung und Ermüdung der feineren Redlichkeit; und vor allem, man nimmt Partei, grundsätzlich Partei gegen »die Jugend«. – Ein Jahrzehnt später: und man begreift, daß auch dies alles noch – Jugend war!

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Donnerstag, 29. November 2018
Wir (Deutschen) sind (noch nicht genug?) geisteskrank

Es ist vielleicht nichts offensichtlicher. Und doch ist es gerade deshalb manchmal schwer zu erkennen. Wir sind psychisch gestört. Alle miteinander.

Ich nehme mich hier ausdrücklich nicht aus und ich sage dies nicht aus einer "rechten Arroganz" heraus, primär an die Linken gerichtet. Ich bin zwar schon der Meinung, dass die Linke einen ganz gehörigen Haufen von nur ihnen eigenen Phobien und Irrtümern zu bearbeiten hat – vor allem die Phobien vor "rechts" und vor den Konzepten "Nation", "Rasse", "Volk", "Kollektiv" und "Faschismus" –, aber im Großen und Ganzen nehmen wir uns alle nicht viel. Die Linke hat historisch betrachtet ja auch ihre guten Gründe für ihre Phobien, zumindest scheinbar.

Es befindet sich eine Art Krebsgeschwür in unserer "Seele" oder im (kollektiven) "Bewusstsein". Eine negative Programmierung, eine auf Negativität ausgerichtete Denkmode, ein dunkler Fleck, der uns auf mehrere Arten und Weisen angreift. Als hätte man uns einen Dämon ins Hirn gesetzt, der uns mit Teufelslist stetig zu schwächen versucht. Wir haben ihn uns selbst ins Hirn gesetzt. Wir haben nicht konsequent genug gedacht, nicht tief genug gedacht. Und dann haben wir uns von unseren Ängsten besiegen lassen. So haben wir ihn erschaffen. – Wir haben vielleicht auch Angst vor uns selbst? Vor der Bestie in uns. Vor dem Menschen an sich und wozu er fähig ist.

Dieser dunkle Fleck ist ein Meister von Verführung zur Selbst-Verneinung. Er wechselt stetig die Taktik, um nicht angreifbar zu sein, um unsichtbar zu bleiben. Er leugnet seine Existenz, seine Aggressivität, seine verheerende Wirkung. Mal tut er so, als würde er die Selbst-Bejahung bis zu einem gewissen Grad erlauben. Dann wieder leugnet er, dass eine Selbst-Bejahung überhaupt möglich ist. Dann wieder ist er offen anti-deutsch und offen selbst-zerstörerisch. Hauptsache, es kommt am Ende ein genügend starkes "Nein" zum eigenen Sein heraus. Der dunkle Fleck glaubt und behauptet, dies sei "moralisch" geboten. Selbst-Verneinung, Selbst-Leugnung, Selbst-Zerstörung als gute, richtige und gebotene Tat. Gerne auch als Intellektuellensport: De-Konstruktivismus.

Ich entgegne: Eine Selbst-Bejahung ist IMMER gesund und gut und schön. Auch, wenn sie im Kontext "konstruierter Identität" geschieht, die letztlich "Illusion" sein mag. Es ist egal. Sobald nur ein Fitzel dieser Identität wahrhaft geglaubt ist, sollte man sich mit diesem Teil auch selbst bejahen können. In der Regel wird das Gute in einem so mehr gefördert als dass man die Bestie in einem durch Selbst-Verleugnung unter Kontrolle bringt.

Woher ich die Sicherheit nehme, so etwas zu sagen, weiß ich selbst nicht. Vielleicht bin ich mir auch gar nicht so sicher. Vielleicht wehre ich mich auch nur instinktiv gegen den dunklen Fleck in mir und setze ihm eine Gedankenmalerei entgegen. Aber ich bin mir sicher, dass ich diesen Weg gehen will. Er fühlt sich besser an.

Ich habe überhaupt gar kein Problem mit Leuten, die einfach nur keine Lust mehr haben, sich mit der Idee "Deutscher" zu identifizieren. Wenn die Idee für sie einfach leer ist und leer bleibt, dann bitteschön. Seid einfach nur "Mensch" oder "Kosmopolit", "Weltbürger", "Bruder", "Schwester", "Gotteskind" oder völlig namenlos… und erfreut Euch daran. Aber anderen die Suppe "Deutscher" madig machen zu wollen, ja ihnen hinein zu spucken, ist nicht sehr höflich. Es ist zum Kotzen übergriffig. Ich sage, das ist unmoralisch.

Lediglich als Reaktion auf eine rechte Übergriffigkeit kann ich einem solchen Treiben Verständnis abgewinnen. Historisch betrachtet waren Nationen ja auch nicht gerade zimperlich bei ihrem Zugriff auf das Individuum. Und auch heute noch gibt es viele Beispiele für Nationen, die sich weit über alle Maßen übergriffig verhalten: Sie verlangen von "ihren" Bürgern z.B. eine Wehrpflicht ab. Sie verlangen mitunter sogar einen Einsatz für die Nation bis in den Tod. Hiergegen auf die Barrikaden zu gehen und mit allen möglichen materiellen und geistigen Waffen zu "schießen", befürworte ich absolut. – Mein größtes inhaltliches Problem mit der AfD – gemessen am Parteiprogramm – ist vielleicht, dass sie die Wehrpflicht wieder einführen will. Das ist aus meiner Sicht ein übergriffiger Nationalismus, der nicht mehr in unsere Zeit passt. Ein Gemeinwesen sollte nach meinem Verständnis grundsätzlich immer nur so übergriffig sein, wie unbedingt nötig. Und so sehe ich das Maximalmaß bereits erschöpft, wenn ein Staat Steuern von "seinen" Bürgern verlangt. Man sollte Fußballer auch nicht dazu zwingen oder nur drängen, die Nationalhymne zu singen. Das ist affig und bescheuert. (Nur: Es ist schon irgendwie auffällig und schade, wenn ausgerechnet alle mit Migrationshintergrund nicht mitsingen. Das sollte uns zu denken geben.)

Vielleicht geht es mir am Ende sogar nur um die Freiheit, sich nach Belieben ein Konzept von "deutsch" und "deutschem Volk" zu machen. Die Freiheit, die eben auch eine Freiheit des Individuums ist, mache ich niemandem streitig und ich verlange auch von jedem anderen, dass man sie mir nicht streitig macht. Mein Deutsch-Sein ist mir weit weniger wichtig als die Freiheit zum Deutsch-Sein. Doch wenn man mir dies nehmen will oder mir unter Moralmißbrauch in mein Selbst-Verständnis einengend hineinredet, dann wehre ich mich.

Vielleicht bin ich aber auch nur ein zu guter Mensch, eine zu gute Seele. Und vielleicht bin ich zu naiv, wenn ich meine guten Eigenschaften auf die breite Masse übertrage. Ich bin kein Heiliger, weiß Gott, aber ich sehe schlichtweg nicht ein Milligramm Aggressivität und Erhöhungsbedürfnis gegenüber anderen Nationen in mir, wenn ich mich als "Deutscher" selbst bejahe. Ich bin beim Fußball auch immer ganz leicht zu trösten, wenn "wir" verlieren: Freuen sich doch die anderen, das andere Volk! Ich gönne es ihnen von Herzen. Ich habe es Korea gegönnt… Was für eine Party müssen die gefeiert haben! Ich freue mich jetzt noch einmal mit ihnen. (In Wahrheit ist Verlieren ja eigentlich das größere Glück. Denn die Chance zum seelischem Wachstum ist hier viel größer.)

Gibt es heute noch zu viele Seelen, bei denen die nationale Idee immer zu einer negativen Dynamik führt? Die von einer möglichen Kollektivdynamik allzu leicht berauscht werden? Die dann so nach einem Beweis und einem Ausdruck dieser rauschhaften Kraft gieren, dass sie sich sogar nach einem Krieg sehnen? Müssen wir wirklich so extrem vorsichtig sein, wie es einige Linke offenbar glauben? Heute bejahen wir uns selbst ganz unschuldig als Deutsche – und morgen fordern wie die "besetzten Gebiete" von Polen zurück und steuern auf einen Krieg zu? Ich glaube es eben nicht, bin aber bereit, Vorsicht walten zu lassen. Ich möchte keine "deutschen Gebiete" zurück. In Angesicht deutscher Verbrechen ist es nur fair, Gebiete verloren zu haben.

Man kann sich übrigens auch auf humorvolle, selbstironische Weise selbst bejahen. Vielleicht wäre das ein Kompromiß für all die Deutsch-Muffel. Ich schlage vor, wir geben uns eine neue Nationalhymne: "I've been looking for freedom" von David Hasselhof. Ich bin sicher, er gibt uns die Rechte dazu. Rammstein wäre für mich persönlich auch eine Alternative. Diese Band transzendiert sogar den Faschismus – und eine Nation, die Headbangig kann, ist eine gesunde Nation. Da machen dann bestimmt auch alle mit Migrationshintergrund mit.

Der Unterschied zwischen Vernunft und Wahnsinn liegt häufig nur in der Übertreibung einer Sache, einer Ansicht, eines Wunsches, einer Überzeugung. Die Übertreibung kann fahrlässig geschehen, aus purer Dummheit und Unerfahrenheit im Denken, aus einem fehlenden Bewusstsein für das Prinzip des "Wegs der Mitte" (Buddha) und die Rolle der richtigen Betonung einer "Wahrheit" (nur in ihrer richtigen Betonung ist die Wahrheit auch eine Wahrheit). Oder sie kann aus einer Angststörung, irgend einem emotionalen Krampf, her rühren, sodass man etwas für ganz unbedingt wichtig hält, obwohl es das eigentlich gar nicht ist.

Ich schlage vor, dass wir uns alle bis aus weiteres in Therapie begeben. Vielleicht sollten wir die Schar von Journalisten, Politik-Experten, Moderatoren, Politikern, etc. in der öffentlichen Diskussion mal komplett beiseite schieben und durch psychologische Psychotherapeuten und Philosophen ersetzen. Und wir sollten viele Kleingruppen bilden. Und natürlich Einzelsitzungen nehmen. Über Gefühle, Ängste, Wünsche und Glaubenssätze reden. Sowohl die Linken als auch die Rechten.

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Montag, 26. November 2018
Rechtsstaat (1) – Amtseide

 

"Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volke widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetzes des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde."

Ich dachte ja eigentlich, dass solche Amtseide letztlich nur heiße Luft sind. Nichts weiter als eine zeremonielle Absichtserklärung, aber nun wird Jens Spahn verklagt, u.a. wegen Meineides:

Strafanzeige gegen Jens Spahn | hpd

In diesem Fall wird besonders hervorgehoben, dass er zum Zeitpunkt des Schwurs bereits die Absicht zur Nichteinhaltung gehabt haben muss, wodurch sich eben auch der Tatbestand des Meineides ergibt. Obwohl mir dies einigermaßen schlüssig erscheint, kann ich es noch nicht recht glauben, dass Amtseide so ernst genommen werden, dass der Amtsträger hier zur Rechenschaft gezogen werden kann. Selbst bei offensichtlicher Nicht-Erfüllung oder Zuwiderhandlung würde ich erstmal davon ausgehen, dass so etwas nicht geht.

Womit wir auch schon bei Angela Merkel wären. Es gibt für mich überhaupt keine Unsicherheit mehr in der Frage, ob sie ihren Amtseid gewissenhaft erfüllt hat oder nicht. Das hat sie nicht. Man kann überhaupt nicht mehr davon reden, dass sie Schaden vom "deutschen Volke" gewissenhaft abgewehrt hat. (Diese Frau kann noch nicht mal mehr "Volk" denken.) Eher hat sie dieses Land zu einem fast christlich opferbereiten und sehr kopflosen Altruismus-Kurs gezwungen. (Das letzte Todesopfer ist wahrscheinlich noch gar nicht genommen worden.) Und recht demokratisch und in diesem Sinne gesetzestreu war ihr Handeln auch nicht. Man kann dies gut finden oder nicht. Aber man kann es nicht mit dem Amtseid in Einklang bringen. Der Amtseid schreibt eigentlich eine gewisse Mindestportion nationalen Egoismus vor. Wer das ändern möchte, der kann dies auf demokratischem Wege tun. Aber sich einfach so darüber hinwegzusetzen – das ist schon "ein starkes Stück" – oder auch eine Demonstration davon, wie mächtig Zeitgeist grundsätzlich ist. Er hebelt auch mal geltende Gesetze und Normen aus, als wären sie nichts. Und alle spielen mit.

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Samstag, 24. November 2018
Achille Demagbo, AfD
Ich habe durchaus so meinen persönlichen Gewinn an der Existenz der AfD. Ohne sie könnte ich mich z.B. nicht über Leute wie Achille freuen.

Vielleicht trete ich der Partei ja doch noch bei. Vorher würde ich aber noch schnell zum Judentum konvertieren.

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Freitag, 16. November 2018
The story of the little bear who cried "NAZI!"

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Donnerstag, 15. November 2018
Savile Town, Yorkshire
Google Maps: Savile Town

https://twitter.com/Spessart2/status/1062975568386408449
(siehe auch Bild im Tweet)
Frage an alle Fans des Großen Austausches: Sieht so Vielfalt aus? Das Bild stammt aus Savile Town in Yorkshire (wer erinnert sich an „Der Doktor und das liebe Vieh“?). 43 von 5,000 Einwohnern sind Engländer: Sharia-Gerichte, Vollverschleierung,Kinderehe,FGM. Bunt. Diversity. Ende


en.wikipedia.org:  Savile_Town
Savile Town is perhaps most famous for its role in the British Muslim community and has experienced significant white flight, with the 2011 census recording a 93% Asian Muslim population and experiencing significant economic decline.
https://en.wikipedia.org/wiki/White_flight

https://www.dailymail.co.uk/...-no-white-residents.html
a detailed breakdown of the last census of 2011 recorded that only 48 of the 4,033 people living here were white British.

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Montag, 12. November 2018
Miteinander reden / More Speech!

Ich kann mir nicht helfen. Ich find den Martin Sellner gar nicht so schlecht. Es gehört schon eine gewisse Coolness dazu, sich derart vor einer Uni zu postieren und für sein Anliegen zu werben (s.u.). Abermals kommt er für mich als einer rüber, der den politischen Konflikt mit Worten lösen will und nicht mit Fäusten. Also so wie zivilisierte Menschen – und nicht wie die zivilisatorisch degenerierte Antifa, die dumpf, peinlich, würdelos, gesichtslos und ohne jedes Argument sich nur aufs Stören verlegt. Was sie auch in diesem Fall wieder tut…

Wer einen kleinen Anschub braucht, um diesem Sellner überhaupt eine Chance zu geben, dem empfehle ich vorab, dieses Video hier auf Twitter. Es spricht dort keine geringere Autorität als Mr.Bean. Vielleicht die letzte Autorität, zu der ich noch hinauf schaue.

Oder Du igelst Dich ein und machst es wie Margarete Stokowski, die eine Lesung in einer Buchhandlung abgesagt hat, weil dort Bücher des Antaios-Verlags verkauft werden. Dann musst Du Dich schnell wegklicken!

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Sonntag, 11. November 2018
Die Ängste der politisch Korrekten (1) – von Nachrichtenmachern

Verblüffenderweise kam mir vor ein paar Tagen ein Gedanke, von dem ich eigentlich erwartet hätte, dass ich ihn schon längst gehabt habe:

Wäre ich selbst Nachrichtenmacher eines reichweitenstarken Mediums – z.B. der Tagesschau –, so würde ich sehr wahrscheinlich genauso dahin tendieren, die Straftaten von Flüchtlingen eher zu verschweigen.

Ich will es eine Schwäche nennen… Mit dieser Schwäche müsste ich mich auseinandersetzen und sie würde mich ein Stück weit besiegen. Unter ihrem Einfluss würde ich sogar nach den Argumentationsmustern der Linken greifen: "Wieso sich denn überhaupt für die Herkunft von Tätern interessieren? Das ist doch schon im Ansatz ein grundfalsches Denken! Wir sind doch alles nur Menschen!" Vielleicht würde ich sogar so tief sinken, dass ich die hier enthaltene Simplifizierung und Einseitigkeit nicht mehr erkennen würde. Ich – bzw. die Schwäche – würde mich mit Erfolg doof stellen. – Und es geht noch dümmer: Ich würde vielleicht sogar den Sinn für meine extreme Priveligierung und Machkonzentration verlieren, über die ich als Nachrichtenchef verfügte. Ich käme gar nicht mehr auf die Idee, dass die Masse von unzufriedenen Nachrichtenkonsumenten auch mehr und mehr deshalb sauer ist, weil ich alle Macht über die Nachrichtengestaltung besitze und sie praktisch gar keine. Ich würde mir aalglatt einbilden, dass ich der "ungeheuren Verantwortung" eines Nachrichtenmachers schon so gut es geht gerecht werden würde. Diese Unzufriedenen sollen sich mal nicht so haben. Ich regel das Geschäft schon für sie. Ich meine es doch gut und bin ein umsichtiger und weitsichtiger Mensch.

Die eingebildete oder tatsächliche "Last der Verantwortung", die man als Nachrichtenmacher hat, ist der Ausgangspunkt von allem. Wenn man daran glaubt, dass man für die Taten von Idioten indirekt (mit)verantwortlich ist, weil sie die Information "7 Syrer vergewaltigten eine Frau" zu Gewalttaten gegen Migranten angestachelt hat, dann sitzt man sofort in der Zwickmühle und kümmert sich kaum noch um das Informationsrecht der überwiegenden Mehrheit von anständigen Bürgern. Dann dreht sich alles nur noch um die Fragen: "Was passiert, wenn wir dieses oder jenes veröffentlichen? Was könnte schlimmstenfalls passieren? Könnten Menschen dadurch zu Schaden kommen?" – Diese Fragen stellt man sich auch in anderen Kontexten, z.B. bei Suiziden. Eine bestimmte Art von Berichtersstattung, z.B. eine zu detaillreiche und umfangreiche Form mit genauer Darstellung der Suizidentscheidung, kann lebensmüde Menschen zum Nachahmen verführen. Wahrscheinlich auch schon die bloße Erwähung von Suiziden, wenn sie gehäuft auftreten (– und das tun sie eigentlich).

 

Was mich hier ganz grundsätzlich stört, als Philosoph sozusagen, ist dieses Aufeinanderprallen von abstrakter Ebene (Information) und konkreter Ebene (Handlungen), in einer Weise, dass letzteres einschränkend auf ersteres zurückwirkt. Ich will zuerst einmal von einer nahezu absoluten Gedanken- und Informationsfreiheit ausgehen. Das ist wie ein Bedürfnis nach sauberer Luft zum Atmen. Aber dieses Bedürfnis wird sehr früh zur Seite geschoben. Eben aus "Verantwortungsbewusstsein".

Doch sind die Grenzen der Verantwortung hier richtig gezogen? Hat eine jede Handlung, die zu irgendwelchen Folgen führt, immer auch die Verantwortung für diese Folgen, auch wenn diese mehrfach indirekt entstehen und von ganz anderen Menschen ausgeführt wird? Vielleicht sollte man sich hier mal dem Dogma unterwerfen, dass Informationsverbreitung an sich erstmal für gar nichts verantwortlich ist. – Wer weiß schon, welche Gesamtbilanz am Ende positiver ausfallen würde: die heutige, gewöhnliche Art, Nachrichten zu machen, voller Verantwortung, Rücksichtnahmen und Einseitigkeiten, oder diese andere "verantwortungslose" Art, die auf fast nichts Rücksicht nimmt.

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Samstag, 10. November 2018
Merkel 2002
…Bevor wir neue Zuwanderung haben, müssen wir erstmal die Integration der bei uns lebenden ausländischen Kinder verbessern…

… dass hier in Berlin-Kreuzberg 40% der ausländischen Kinder und Jugendlichen weder einen Schulabschluss noch einen Berufsabschluss haben…

…mit uns haben Sie die Alternative…

… Wie vertreten wir besser deutsche Interessen?…
Aus einem Video eingebettet in:
https://twitter.com/CharmingQuokka/status/1060994625714950144



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Donnerstag, 8. November 2018
Eyeless
Von dieser Frau kann man echt nen Schaden kriegen. – Wegen ihrer "Schönheit". Obwohl mich ihre optische Schönheit schon fast stört. – In jedem Fall eine für mich fast wundervolle Erscheinung:

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