Freitag, 16. März 2018
Nicht-Rassismus ist natürlich

Es quietscht und knirscht im Gebälk, wenn man den Satz "Rassismus ist natürlich" hört, davon gehe ich aus. Der Satz tut weh, er tut mir weh. Und doch muss ich ihn schreiben, denn das ist hier gewissermaßen das Konzept: Grenzübertretungen ohne Rücksicht auf Verluste. Der Konformismus des Mainstreams, offensichtlich angetrieben vor allem von Feigheit, macht mich aggressiv bis selbstzerstörerisch. Realität darf nur noch lieb und nett sein. Dieses Weichspülprogramm ist unerträglich. Die massive Bevorzugung von angenehmen Wahrheiten zu ungunsten der unangenehmen ist eines erwachsenen Lebens nicht würdig.

Aber da ich meine Hausaufgaben ja jetzt gemacht habe, kann ich auch mal lieb sein und nocheinmal eine bequeme Wahrheit servieren:

Nicht-Rassimus ist selbstverständlich auch natürlich, vollkommen natürlich – und in ganz vielen Aufeinandertreffen zwischen zwei Homo Sapiens eine Selbstverständlichkeit. Es ist in diesem Sinne nichts, das man fördern oder anerziehen muss.

(Anti-Rassismus dagegen ist oft etwas Unnatürliches.)

Wo liegt also das Problem?

Offensichtlich läuft irgendwas im Kopf schief.




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Mittwoch, 14. März 2018
Rassismus ist natürlich (2)

Fortsetzung / Nachtrag zu "Rassismus ist natürlich (1)"

1.

Als ich das erste Mal die These "Rassismus ist natürlich" formulierte, hatte ich das Gefühl, ich betrete einen dunklen Wald voller gefährlicher Tiere. Einen verbotenen Ort, den aufzusuchen, nicht nur gefährlich für einen selbst ist, sondern auch ein böser Akt an sich. Oder: Ich fühlte mich, als hätte ich mich geistig ins Weltall geschossen. In eine unerschlossene Welt, in der es keinen Halt gibt. – Es brauchte lange, bis ich diese These einfach nur nüchtern als Faktum behandeln konnte.

Die These verließ das erste Mal meinen Mund, als ich mich auf Englisch mit einem russischen Freund unterhielt und er mir von seinen Erfahrungen in den USA berichtete. Er erzählte von seiner Erfahrung in einem Betrieb, in dem es zwei Pausenräume gab. Aus irgend einem Grunde (–) spaltete sich die Belegschaft hier deutlich nach Rassen auf. Die Weißen nutzten alle den einen Raum, die Schwarzen den anderen. Ihm selbst fiel das erst gar nicht auf. Er setzte sich geitesabwesend in einen Raum und bemerkte dann irgendwann, dass er "weird looks" (seltsame Blicke) abbekam. Dann fiel es ihm auf: Er war der einzige Weiße im "Raum der Schwarzen"! Sie waren zwar alle nett zu ihm und es gab keinerlei aggressive Ausgrenzung, aber offensichtlich erzeugte er eine Art von Irritation, die man nicht gänzlich verheimlichen konnte.

Mein russischer Freund wunderte sich auch allgemein über die Kultur in Amerika. Er wunderte sich über die Tatsache, dass die Ethnien dort zum großen Teil separiert sind, während sie gleichzeitig in einer Art positivem Nationalismus geeint sind. Ob Schwarze, Weiße oder Hispanics, viele von ihnen würden mit Stolz von ihrer Nation reden.

Als er mir das alles erzählte, sagte ich: "Maybe, racism is natural."

Mein russischer Freund entgegnete: "Strange things are coming from you, today!" (Offensichtlich hatte ich schonmal etwas Unerwartetes an diesem Tag von mir gegeben.)


2.

Die Aussage "Rassismus ist natürlich" muss nicht unbedingt als eine positiv wertende oder den Rassismus entschuldigende Aussage begriffen werden. "Natürlich" ist für den Menschen unter gewissen Umständen ja auch die rauschhafte Mordlust, aber das heißt nicht, dass wir sie gut finden müssen. Weiterhin ist auch eine gewisse Faulheit, Trägheit und Ignoranz unter den Menschen "natürlich", aber uns ist genauso "natürlich" klar, dass wir diese fragwürdigen Eigenschaften im Zaum halten müssen. Ähnlich verhält es sich z.B. mit Ängstlichkeit und Feigheit: Es sind dies in gewissem Sinne ganz "natürliche" Eigenschaften des Menschen. Aber der Mensch ist dazu geboren, auch im geistigen Sinne zu wachsen und diese "Schwächen" hinter sich zu lassen. – Vielleicht sollte man "Rassismus" ganz ähnlich betrachten?… Vielleicht nicht?…

Ein unverkrampfter Umgang mit dem Thema scheint aber nicht möglich. Man geht lieber den Weg, Rassismus zu verteufeln, zu verbieten und zu unterdrücken. Hier kommt offensichtlich wieder die "natürliche" Angst des Menschen ins Spiel: Denn was könnte nur alles passieren, wenn wir den "Rassismus" nicht mehr wie bisher bekämpfen, wenn wir ihn nicht nur als schlechte Sitte betrachten, sondern als zumindest partielles Naturphänomen?

Oder sind wir heute schon so weit, sagen zu können?: Nun gut, im Sinne eines Strebens nach oberflächlicher Ähnlichkeit, im Sinne eines Strebens nach ähnlichen Menschen, ist "Rassismus" nunmal natürlich. Der Mensch, der täglich in den Spiegel guckt, und sich über Falten, Pickel, graue Haare und andere Schönheitsmakel aufregt, – aber dabei fast nie an den ganzen Menschen zu diesem Gesicht denkt, an sein Innenleben und seine Seele –, der ist nunmal so primitiv. Was soll's. In das menschliche Auge fällt vor allem die Oberfläche der Dinge. Und Oberfläche ist für uns in so vielen Situationen die ganze Realität!

Für Details bemühe man die Wahrnehmungspychologie. Was unseren Wahrnehmungsapparat dazu verleitet, Unterklassifikationen einer gleichen Art aufzumachen, und diesen dann einen eigenen Namen zu geben, erfrage man von dieser Disziplin. Dass wir Menschen mit schwarzen Haaren nicht notwendigerweise in eine eigene Rasse packen, aber von einer Vielzahl von anderen Äußerlichkeiten, die noch hinzukommen (Hautfarbe, Form der Nase, Haare, Kiefer, Stirn, Augen), dann dazu verleitet werden, hier einen eigenen Typus zu sehen, – das scheint mir zum Teil sehr subtilen Wahrnehmungsgesetzen zu gehorchen. Dass unsere Wahrnehmungsgewohnheiten teilweise auch konditioniert / sozial geprägt sind, widerspricht dem nicht. (Wie und warum sind diese Wahrnehmungsgewohnheiten entstanden?)

Biologisch genetische Fakten, die angeblich nahe legen, dass es "in Wirklichkeit" ja gar keine Rassen gäbe, sind jedenfalls irrelevant. Diese Sichtweise unterschlägt, dass es für den Menschen in seiner subjektiven Wahrnehmungweise nunmal Gene gibt, die bedeutsamer sind als andere: nämlich alle diejenigen, welche über das äußere Erscheinungsbild entscheiden. Offensichtlich vererben sich diese Faktoren innerhalb einer Rasse ja mit lückenloser Kontinuität. Die Rasse ist und bleibt eine wahrnehmungspsychologische Tatsache, welche für den Menschen eine gewisse Bedeutsamkeit hat bzw. haben kann.

Die Existenz von Rassen aufgrund von genetischen "Fakten" zu leugnen, ist Ausdruck einer neumodischen, menschlichen Eigenschaft, die ich übrigens nicht für natürlich halte: Ich nenne sie "Überrationalität" oder auch "Verkopftheit". Grob gesprochen, tun sich die Menschen von heute schwer damit, eine gesunde Mitte zwischen subjektiven Denken und objektiven Denken zu finden. Der Wille, sich an objektiv wissenschaftlichen Fakten zu orientieren, kann auch über das Ziel hinausschießen. Wie am Beispiel des Rassenthemas gut zu erkennen, führt das dazu, dass man die elementaren Bedürfnisse des Menschen und seine eigentümliche Wahrnehmungsweise vergisst. Man vergisst, was für den Menschen in seiner Wahrnehmungswelt praktisch von Bedeutung ist. – Und es ist ja nicht gerade glaubwürdig, die Existenz von Rassen nur für den Menschen zu leugnen, während man in der gesamten Tierwelt an dieser Einteilung festhält… Offensichtlich ist der Mensch ist in seiner Selbstwahrnehmung befangen. Ein "typisch menschlicher" Angstkrampf fordert hier ganz selektiv eine strenge Verschiebung der Wahrnehmungsmaßstäbe ein, sobald es um die eigene Spezies geht.

Die Betrachtung der Natur in ihrer Gesamtheit ergibt aber auch, dass es nicht nur eine "verfehlte" menschliche Eigenschaft ist, stark auf Äußerlichkeiten zu setzen. "Die Natur selbst" hat ein stark ausgeprägtes "Oberflächenbewusstsein". Sie spielt dieses Spiel in 1000-fachen Formen: Die Prahlerei von Tieren mit ihrem Äußeren bei der Partnerwahl, das Tarnen von Tieren durch Farbanpassung, die Irreführung von anderen Tieren durch Verstellung, das Sich-Tot-Stellen, um sich uninteressant zu machen, der Symmetrie-Sinn in der Konstruktion der Lebewesen, welche gleichzeitig, was die innere Lage der Organe angeht, asymmetrisch sind: Man sieht, wie es in der Natur und in vielen Lebewesen offensichtlich auch ein Bewusstsein für die Außenwirkung der eigenen Erscheinung gibt, ein Bewusstsein für die eigene "Gestalt". Offensichtlich hat dieses Bewusstsein in der Natur auch bei der Evolution der vielen Arten und Unteraten mitgewirkt. – Es geht nicht immer nur um das Überleben, den Kampf und die zufällige Mutation. Die Darwin'sche Sichtweise ist beschränkt. Es ist in der Natur immer auch ein Spieltrieb am Werk gewesen. Eine Lust an unterschiedlichen Farben und Formen. Die Natur ist ein großer Künstler (oder das Werk von tausenden Künstlern) – welcher Rassen geschaffen hat. Seien wir nicht so verbohrt, und weisen ausgerechnet diesen Aspekt zurück. Abgesehen davon, dass diese Zurückweisung auf einem inneren Konflikt basiert, der nicht natürlich und nicht gesund ist: Man bringt sich damit auch um einen Teil des Genusses in diesem großen Kino.


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Dienstag, 6. März 2018
Böse denken heißt böse machen

Nietzsche, Friedrich, Morgenröte, Erstes Buch, 76. Böse denken heißt böse machen

Böse denken heißt böse machen. – Die Leidenschaften werden böse und tückisch, wenn sie böse und tückisch betrachtet werden. So ist es dem Christentum gelungen, aus Eros und Aphrodite – großen idealfähigen Mächten – höllische Kobolde und Truggeister zu schaffen, durch die Martern, welche es in dem Gewissen der Gläubigen bei allen geschlechtlichen Erregungen entstehen ließ. Ist es nicht schrecklich, notwendige und regelmäßige Empfindungen zu einer Quelle des inneren Elends zu machen und dergestalt das innere Elend bei jedem Menschen notwendig und regelmäßig machen zu wollen! Noch dazu bleibt es ein geheimgehaltenes und dadurch tiefer wurzelndes Elend: denn nicht alle haben den Mut Shakespeares, ihre christliche Verdüsterung in diesem Punkte so zu bekennen, wie er es in seinen Sonetten getan hat. – Muß denn etwas, gegen das man zu kämpfen, das man in Schranken zu halten oder sich unter Umständen ganz aus dem Sinne zu schlagen hat, immer böse heißen! Ist es nicht gemeiner Seelen Art, sich einen Feind immer böse zu denken! Und darf man Eros einen Feind nennen! An sich ist den geschlechtlichen wie den mitleidenden und anbetenden Empfindungen gemeinsam, daß hier der eine Mensch durch sein Vergnügen einem anderen Menschen wohltut, – man trifft derartige wohlwollende Veranstaltungen nicht zu häufig in der Natur! Und gerade eine solche verlästern und sie durch das böse Gewissen verderben! Die Zeugung des Menschen mit dem bösen Gewissen verschwistern! – Zuletzt hat diese Verteufelung des Eros einen Komödien-Ausgang bekommen: der »Teufel« Eros ist allmählich den Menschen interessanter als alle Engel und Heiligen geworden, dank der Munkelei und Geheimtuerei der Kirche in allen erotischen Dingen: sie hat bewirkt, bis in unsere Zeiten hinein, daß die Liebesgeschichte das einzige wirkliche Interesse wurde, das allen Kreisen gemein ist, – in einer dem Altertum unbegreiflichen Übertreibung, der später einmal auch noch das Gelächter nachfolgen wird. Unsere ganze Dichterei und Denkerei, vom Größten bis zum Niedrigsten, ist durch die ausschweifende Wichtigkeit, mit der die Liebesgeschichte darin als Hauptgeschichte auftritt, gezeichnet und mehr als gezeichnet: vielleicht daß ihrethalben die Nachwelt urteilt, auf der ganzen Hinterlassenschaft der christlichen Kultur liege etwas Kleinliches und Verrücktes.

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Montag, 5. März 2018
Rassismus ist natürlich (1)

Wissenschaftliche Befürworter einer Frauenqoute in der Berufswelt argumentieren: Ähnlichkeit ist eine Art Sympathiebonus bei der Einstellung von Bewerbern. Weil die Personalentscheider so oft Männer sind, führe das aufgrund der Bevorzugung von Ähnlichen eben dazu, dass Männer bei der Einstellung bevorzugt werden…

Man muss mit dem "Rassismus" also als eine natürliche Kraft rechnen, die die menschliche Gesellschaft durchzieht und in einem gewissen Maße wirkt. Daneben gibt es natürlich noch andere Kräfte, viele andere Motivationen, die diese Kraft überlagern und häufig überstimmen. Und es gibt ja auch die Gegenkraft, die Lust am Andersartigen. Unterm Strich bleibt aber bestehen, dass der Ähnlichkeits-Trieb zur Geltung kommt und sich in der Gesellschaft erkennbar ausdrückt. Und wenn "nur" in der Partnerwahl.

Warum wirkt ein Ähnlichkeits-Trieb in uns? Wohl als Folge von Selbst-Verliebtheit und Schwäche, die uns das Vertraute suchen lässt. Er ist also vielleicht kein "Ur-Trieb".



Und was macht man nun mit der Erkenntnis, dass "Rassismus" natürlich ist?

Man sollte noch eine andere Erkenntnis hinzu nehmen: Dass diese Triebe in dem Maße in den Hintergrund rücken, in dem sich das Individuum geistig in die Höhe entwickelt. Je höher das Individuum steht, desto unwichtiger wird ihm oberflächliche (an Körpertypen orientierte) Ähnlichkeit. Multikulti verlangt eine gewisse Mindestentwicklungshöhe.

Schlussfolgerung: Wer Multikulti will, der muss eine Erziehung in den Schulen gewährleisten, die die Schüler nicht nur mit Wissen und Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt ausstattet, sondern die auch die "innere Entwicklung" des Menschen fördert. Ich meine damit nicht Ethikunterricht und das Herunterbeten des moralischen Grundsatzes "Rassismus ist böse", sondern eine fundamentale Förderung der Seele und der geistigen Substanz des Menschen. Vielleicht durch Maßnahmen wie Meditationsangebote, Philosophie, Psychologie, Selbst-Erfahrung und Schauspielunterricht, oder einfach durch eine freundliche, den Menschen einladende Atmosphäre an der Schule.

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Sonntag, 4. März 2018
"Deutschland ist ein Einwanderungsland."

"Deutschland ist ein Einwanderungsland." – Dies ist kein normaler Satz. Dies ist ein Satz, mit dem man sich Zugang zur besseren Gesellschaft verschafft. Er ist eine Bekenntnisübung, Bekenntnisbezeugung, ein Signal der Zugehörigkeit, ein Signal der "Humanität", der höheren Moral, des guten Willens. So will es der Mainstream.

Es geht hier nicht um eine nüchterne Tatsachenbeschreibung. Gemeint ist immer: "Deutschland soll ein Einwanderungsland sein." Und dies sitzt so tief, dass man so tut, als sei es eine unverrückbare Tatsache, ein tiefer Aspekt der Realität, der überhaupt gar nicht zu ändern ist. Daher lässt man das "soll" weg. Als gehe es hier um etwas, das nicht mehr der freien, demokratischen Realitätsgestaltung und dem freien, menschlichen Willen unterliegt. Anscheinend hängt der Mensch bei diesem Thema dem Glauben an, dass es hier um etwas ganz Gewaltiges geht, um eine Entscheidung von so gewaltiger, moralischer Dimension, dass man sich dem Thema gar nicht mehr pragmatisch nähern darf.

Ein Pragmatiker würde an die Sache einfach so herangehen: "Lasst uns doch jedes Jahr von neuem darüber entscheiden, ob (und in welchem Maße und in welcher Weise) wir ein Einwanderungsland sind." Und ihm wäre auch ein Wechsel zwischen den beiden "Gegensätzen" (–) möglich: Das eine Jahr ein Einwanderungsland, das andere Jahr mal kein Einwanderungsland. Vielleicht auch mal ein ganzes Jahrzent von dem einen, dann ein ganzes Jahrzent von dem anderen.

Selbst hauptberufliche Befürworter der Multikulti-Idee geben offen zu, dass es mit der "weiteren Vervielfältigung von Vielfalt" (Özoguz) nicht eine so ganz einfache Sache ist. Und dass es, neben Erfolgen, häufig auch Defizite bei der "Integration" gibt, eben weil sie eine Herausforderung ist (für alle Seiten). – Wäre es daher nicht gut, sich mal eine Pause zu geben, wenigstens geben zu können, gerade wenn man merkt, die Integrationserfolge sind doch recht bescheiden? Haben wir die Türken-Zuwanderung schon gut genug verdaut? (Haben sie uns verdaut?) Sind unsere Neu-Bürger welcher Abstammung auch immer gut integriert und beobachten wir in der Breite eine gesunde Multikulti-Gesellschaft, frei von Diskriminierung und Parallelgesellschaften? – Es ist dabei vollkommen egal, wer an mangelnder Integration schuld ist, ob es "wir Deutschen" sind oder "die anderen". Der Mißstand ist als solcher Grund genug, um auf die Bremse zu treten. Denn der Mißstand ist nicht nur lästig. Er tut mitunter auch richtig weh, mit Opfern auf beiden Seiten. Und selbst eine beständige, untergründig schwelende Frustration ist schlimm genug. Auch ein "mildes" Leiden ist ein Leiden. Wer eine 100kg-Hantel nicht stemmen kann, sollte sich nicht 110kg zumuten. Wieso sollte es nicht möglich sein, nach diesem Prinzip zu handeln?


Vielsagend ist der folgende Ausschnitt aus "hart aber fair" aus dem Jahre 2014. Hier hat mir die AfD noch wesentlich besser gefallen. Bernd Lucke war noch mit an Bord. Die Flüchtlingskrise noch nicht passiert. Und es haben sich auch einige Migranten in dieser Partei engagiert. (Wie der Stand diesbezüglich heute ist, weiß ich nicht.) Die These, dass wir Zuwanderung brauchen, wird erst relativ sachlich und plausibel erhoben, doch dann kommt ein gehöriger Schuss Dogmatismus hinzu, bis hin zu der peinlichen Wortklauberei um "Einwanderung" oder "Zuwanderung" und eben der großen Bekenntnisprüfung an die Adresse von Bernd Lucke: "Sind wir ein Einwanderungsland?" – Hätte er "nein" gesagt, wäre er unten durch gewesen… Man merkt deutlich, wie es keinem gefallen hat, dass er die Prüfung bestanden hat.

https://youtu.be/xhO9lEWUeG0?t=44m21s

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Sonntag, 25. Februar 2018
Bibel umschreiben!

Ich möchte die Bibel umschreiben.

Woimmer "Liebe Deine Feinde!" steht, möchte ich ein "Verstehe Deine Feinde!" anfügen.

Ich möchte es sogar vorn anstellen:

1. Verstehe Deine Feinde.

2. Liebe Deine Feinde.

Zuerst die mentale Berührung im Geiste. Der Einsatz von Vorstellungskraft. Dann eventuell die Liebe.

Oder: Liebe und Verstehen lassen sich gar nicht sauber trennen. Im Akt des Verstehens und offenen Wahrnehmens ist bereits "Liebe" enthalten. Es ist eine sehr leise, feine Liebe.

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Freitag, 23. Februar 2018
Gruppenphänomene – menschengemachte Realitäten und ihr "objektiver Wert"

Wann gibt man einen von Krankheit oder Schwäche befallenen Organismus auf? Wann ist ein Gewebe so krank, dass man es nur noch herausschneiden kann, ja muss, weil es sonst den gesamten Körper vergiftet? Wieviel sollte man wegschneiden und wie wichtig ist es, auf jede einzelne Zelle zu schauen, damit man nicht unnötigerweise gesunde Zellen herausschneidet? Wann ist der Moment gekommen, wann man die Hoffnung aufgeben kann oder muss, dass sich eine Zelle noch heilen kann, dass sich ein Gewebe noch heilen kann? Ja, wann muss man vielleicht sogar den ganzen Organismus töten und viel Gutes aufgeben, weil die Ansteckungsgefahr für andere Organismen einfach zu groß ist? Wann ist vielleicht sogar das Töten nur auf den Verdacht einer Schädlichkeit hin erlaubt?

Ab wann wird es zur Pflicht, "die AfD" fallen zu lassen und sie als "endgültig böse" (faschistisch, rassistisch, menschenverachtend, etc.) zu behandeln?

(Man ersetzte, "die AfD" mit "die Muslime", "die Scientologen", "die Christen", etc. – und man denke an die vielen Sünden und Unmenschlichkeiten, die unter der jeweiligen Überschrift begangen wurden – und noch werden!)

Meine Antwort auf obige Frage ist: Dieser Punkt kommt bei Gruppenphänomenen eigentlich nie. Es gibt keine objektive Wahrheit über den moralischen Wert von Ideen, die sich ein Individuum im Detail immer selbst ausgestaltet. Es reichen drei, vier Figuren, ja es reicht eine einzige, die im guten Glauben an ihre Idee und ihre Organisation handeln und sie haben immer das Recht darauf, mit ihrem guten Glauben anerkannt zu werden. Und wer will schon mit Sicherheit sagen, dass sich diese paar Figuren nicht auch durchsetzen werden? Ja selbst, wenn sie sich nicht durchsetzen. Ihr Streben nach dem Guten, wie sie es sich vorstellen, ist immer erlaubt.

Vor allem halte ich die Frage für völlig offen, was der beste Weg einer "Bekämpfung" ist. Der eine Weg ist das Isolieren, Unschädlich-Machen oder gar Töten. Ein anderer Weg aber könnte so verfahren, dass man sich selbst und sein Gutes, sein gutes Herz und seine gute Absicht hineingibt. So könnte das Phänomen transformiert und "gerettet" werden – mitsamt allem guten Potential, das auch schon vorher darin war. In Bezug zur AfD hieße das: Trete DU in sie ein und mache sie dadurch ein Stück besser!

Übrigens glaube ich sehr stark an das Gute im Menschen. Vielleicht bin ich hier zu naiv.

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Donnerstag, 15. Februar 2018
Menschenwürde & Menschenrechte

"Menschenwürde" / "Die Würde des Menschen": pseudophilosophische Nebelkerze, poetisch romantischer Hollywood-Kitsch, möchtegern-tiefsinnig, letztlich gegenstandslos, irreal, ein Konstrukt ohne Entsprechung in der Realität, ein Propagandabegriff, Populismus – anscheinend erfunden, um sich eine scheinbar gute Grundlage für den "logischen Schluss" auf die Menschenrechte zu schaffen. Ich vermute, das menschliche Bedürfnis nach Selbst-Bestätigung und Objektivierbarkeit durch Logik hat die Verfasser des GG zu diesem Kunstgriff getrieben. Gleichzeitig brauchte man etwas "Feierliches", Nebulöses, auf das man all seine Irrationalität, Unsicherheit und existentielle Unwissenheit abladen konnte. – Hier am Anfang unseres GG also ein bißchen "Religion", ein bißchen "Glauben", ein bißchen Schwärmerei, Verklärung und Irrationalität. Es ist das religiöse Dogma eines ganzen Staates. Das Folgende ist dann wieder Rationalität, Logik, Logos, Rechtsetzung.

Es ist fast amüsant, wie alle Welt auf diesen Zug aufspringt. Es ist immernoch so typisch menschlich, nicht besonders viel selbst zu denken, Kunstbegriffe anzubeten und sich den Gedankenmoden seiner Zeit anzuschließen.

Ich sage, dem Menschen ist weder eine "Mindestwürde" von Natur aus mitgegeben, noch eine Mindestschuld bzw. Sündhaftigkeit.

"Menschenrechte": für mich direkt mit dem Körper fühlbar, in der Bauch- und Torsogegend (zumindest immer dann, wenn ich mit ekelhaften Verstößen gegen die Menschenrechte konfrontiert bin). Ich bin mir sicher, dass dieses Gefühlswissen/Wissensgefühl weitestgehend angeboren ist. (Wahrscheinlich sitzt es direkt im "Geist".) Jedenfalls habe ich hier einen sicheren Stand und so gut wie keine Zweifel. Meine Eltern haben mich in dieser Hinsicht offensichtlich nicht verzogen, und sie mussten mich auch nicht groß erziehen. – Ich brauche also keine Begründung, die es logischerweise so oder so nicht geben kann. Wir befinden uns hier auf der Ur-Ebene. Alle Logik muss irgendwo enden, und sie endet eben hier. Die Menschenrechte gibt es. Basta. Logisch betrachtet reine Willkür, aber mit Substanz im Gefühl.

Ich kritisiere nicht das grunsätzliche Bedürfnis des Menschen nach Religion und nach Sicherheit und nach irgend etwas, an das man "glauben" kann.

Das mit der Feierlichkeit klappt für mich aber sehr viel besser, wenn man es nicht nur auf den Menschen beschränkt. Also, z.B:

"Die Würde Die Heiligkeit (Die Schönheit) der göttlichen Schöpfung ist unantastbar."

Die Selbst-Bezogenheit des Menschen ist zwar verständlich – gerade im Falle Deutschlands mit seinen dunkelsten 12 Jahren und seinen Verbrechen gegen die Menschlichkeit – aber irgendwie auch ein bißchen kleingeistig.

Wer z.B. die Tiere nicht achten kann, übersieht etwas Entscheidendes. Er übersieht Brüder und Schwestern. Er übersieht Kinder. (Und trotzdem bin ich kein Vegetarier, aber ich achte auf's Maß Halten.)

Das Hantieren mit Kunstbegriffen wie das von der "Menschenwürde" kann sich negativ auf den Menschen auswirken. Insbesondere Kunstbegriffe – neben Begriffen im allgemeinen und überhaupt – rauben dem Menschen seine Unmittelbarkeit zur Realität. Wenn der Begriff kein unmittelbares Verständnis / kein unmittelbares Bedeutungsbild im Menschen hervorruft, zieht es den Menschen nicht in sein Gefühl hinein, sondern hinaus. Der Prozess des lebendigen Erkennens wird behindert. Der Geist (der Intellekt) ist zu stark mit seinen Konzepten, Wünschen und Ängsten beschäftigt. Denn der Mensch hat grundsätzlich Angst um seine Begriffe und Glaubenssätze, gerade wenn auf ihnen scheinbar die "Weltordnung" beruht.

Vielleicht überarbeiten wir ja mal §1 GG und befreien uns von dem unnötigen Kitsch. Ich würde es bevorzugen, die "Menschenwürde" zu streichen und stattdessen den Begriff der "Menschlichkeit" zum zentralen Orientierungspunkt zu erheben. Dieser Begriff ist viel näher dran am Denken des einfachen Mannes auf der Straße – für den das GG ja in erster Linie gemacht ist.

Diese "Menschlichkeit" sei also die "Pflicht aller staatlichen Organe". – Doch hüte sich der Staat davor, diese "Menschlichkeit" allzu stark zu normieren! Halte er sich streng aus dem Privatbereich der Menschen hinaus! "Menschlichkeit" ist zu allererst Sache der einfachen Menschen! Es ist ein Menschenrecht, sich Menschlichkeit im Privaten selbst definieren zu dürfen. Und eben dieses Recht sollte vom Staat verteidigt und nicht angegriffen werden!

Das große Irreführende an einem Begriff wie "die Würde des Menschen" ist eben, dass der Begriff "Würde" darin vorkommt.

Kann es sein, dass das leere Gerede von der "Menschenwürde" unseren normalen Begriff von "Würde" stark aus unserem Bewusstsein verdrängt hat? Allein aufgrund der begrifflichen Doppelbelegung leidet die normale (und, wie ich meine, reale) Würde unter dem Luftschloss "Menschenwürde". Das menschliche Bewusstsein und Unterbewusstsein hat sich so sehr daran gewöhnt, nichts wirklich in der Hand zu haben, wenn der Begriff "Würde" fällt, dass die normale Würde praktisch in Vergessenheit geraten ist. Sie wird fast gar nicht mehr "übersetzt" im psychischen Apparat. Zumindest ist sie als Denkmode gerade alles andere als "in". Man legt heute keinen besonderen Wert darauf.

Leben wir nicht in sehr "würdelosen" Zeiten? – Ich nehme es so wahr, dass Ideale wie "Würde" und "Anstand" kaum noch Anhänger haben. Und mit dem noch deutlich stärkeren Begriff der "Ehre" können wir gar nicht mehr umgehen. Wie überlassen ihn fast gänzlich den Rechten der stumpfesten Sorte oder sonstigen primitiv archaischen Kulturen. ("Gott! Ehre! Vaterland!" ist einer ihrer Schlachtrufe – aber wieso nicht auch unserer? Okay, "Gott" und "Vaterland" sind natürlich Ansichtssache…)

Mit der normalen Würde verhält es sich jedenfalls wieder ganz entzückend einfach und pragmatisch! Es gibt hier kein Dogma, dass jeder "die gleiche Menge Würde" hat! (Wie langweilig! Wie mechanisch! Wie starrsinnig und kindisch!) Es gibt hier nur die Taten, die zählen, im Positiven wie im Negativen, und es ist durchaus möglich, ein würdeloses Arschloch zu sein, ein Mensch ohne Würde, zumindest mit herzlich wenig Würde.

Diese normale Würde hat auch die wundervolle Eigenschaft ganz real "unantastbar" zu sein! (Sonst ist damit ja nur "indiskutabel" gemeint…) Es ist in einem Gewaltverbrechen der Täter, der seine eigene Würde beschädigt! Das Opfer erleidet zwar eine tiefe Mißachtung seiner Grundrechte und seines Rechts auf Anerkennung und Respekt – wodurch auch das Selbst-Bewusstsein und das Würde-Empfinden erschüttert werden kann – aber es erleidet nicht wirklich, nicht objektiv, einen Würde-Schaden! (Und dieser Gedanke wirkt auf mich sogar heilsam und tröstend in Hinblick auf die Juden und andere Opfer des Dritten Reiches. An ihrer Würde wurde nichts verbrochen!)

Das menschliche Bewusstsein kann also mit allerlei heeren Begriffen ausgestattet sein – und doch das Wesentlichste verfehlen. Ja, gerade weil man diese heeren Begriffe in seinem Bewusstsein mit sich herum trägt. Das Unmittelbare, die Unmittelbarkeit geht verloren. Letztlich kann es dahin kommen, dass man die Menschlichkeit verfehlt. Dass man sie nicht mehr umittelbar erkennt. Dass man etwas mit einem Nazi gemein hat…

Genau genommen kann auch ein Begriff wie "die Menschlichkeit" schon eine Entfernung von der Unmittelbarkeit bewirken. Dies ist aber letztlich auch ein unvermeidbarer Bestandteil menschlicher Existenz. Begriffe sind eben Begriffe und Erfahrung ist Erfahrung. Eine gewisse Spannung zwischen Realität und Begriffen ist natürlich.

Das Bundesverfassungsgericht entscheidet aller Voraussicht nach dieses Jahr über die Kriminalisierung der Sterbehilfe in der letzten Legislaturperiode. Ich mache mir etwas Sorgen über die Richter: Kennen sie noch Würde? Kennen sie noch Anstand? Haben sie Ehre? Sind sie menschlich? – Im Bundestag hat die Mehrheit diesbezüglich versagt. – Ich würde ihnen gerne zurufen: Vergesst all die Jahre Eures Jura-Studiums! Vergesst all die Begriffe und Konstrukte in Eurem Kopf! Vergesst alle Paragraphen! Schließt die Augen, atmet tief durch, und nehmt Kontakt mit Eurem Mensch-Sein auf. Und urteilt dann erst über richtig und falsch. Und behandelt andere so, wie Ihr selbst behandelt werden wollt.

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Sonntag, 11. Februar 2018
Der finanzielle Aspekt & Altruismus

Die Flüchtlingskrise / Völkerwanderung kostet Deutschland X Milliarden im zweistelligen Bereich.

Ein Rechter: "Das Geld hätte man in deutsche Schulen, Krankenhäuser und Pflegeheime stecken können."

Ein Linker: "Deutschland spart derzeit extrem viel Geld durch günstige Kredite am Finanzmarkt. Da kann man sich das locker mal leisten. "

Ein effektiver Altruist: "Hätte man das Geld zur Hilfe im Ausland aufgewandt, hätte man wohl 10 mal so viel Menschen helfen können."

Hans Müller: "Die Hälfte des Geldes in deutsche Schulen und Krankenhäuser! Die andere ins Ausland!" (Hans Müller ist ein Rechter mit Anstand und Sympathien für den effektiven Altruismus…)

Wikipedia – Effektiver Altruismus:

"Der Effektive Altruismus (abgekürzt EA) ist eine Philosophie und soziale Bewegung der frühen 2010er Jahre, die darauf abzielt, die beschränkten Ressourcen Zeit und Geld optimal einzusetzen, um das Leben möglichst vieler empfindungsfähiger Wesen möglichst umfassend zu verbessern. Als Mittel hierzu dienen empirische Erkenntnisse und rationale Argumente.

Effektive Altruisten streben danach, alle bekannten Ursachen und Maßnahmen zu berücksichtigen, um so zu handeln, dass ihr Handeln die größten positiven Auswirkungen hat. Dieser auf Evidenz basierende Ansatz unterscheidet den Effektiven Altruismus vom traditionellen Altruismus oder der klassischen Wohltätigkeit. Zu Befürwortern des Effektiven Altruismus zählen Facebook-Mitgründer Dustin Moskovitz, die Philosophen William MacAskill, Toby Ord, Peter Singer, Thomas Pogge sowie die professionelle Pokerspielerin Liv Boeree."

https://www.2-euro-helfen.de/ (Spenden! Jetzt!)

"Mit 2 Euro im Monat finanzierst du einem Schulkind eine Schuluniform – mit 6 Euro im Monat gleich die ganze Schulgebühr."

Mit 20 Milliarden könnte man demnach 277 Millionen Kindern ein ganzes Schuljahr finanzieren.

Wie schade!

Deutschland hat nur den zweitbesten Weg gewählt…

Schade vor allem für die Menschen, denen nun nicht geholfen wird.

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Freitag, 9. Februar 2018
Konstruktivismus

Wo sind eigentlich all die Konstruktivisten hin? In der Philosophie begegnet man ihnen viel zu häufig. Dort tummeln sie sich ständig um das Thema "Wahrheit" herum und betonen stets, wie kompliziert es mit dieser sei, ja dass es sie praktisch gar nicht gäbe.

Nicht so in der Politik. Da ist die Welt voll von Vereinfachern und Schwarz-Weiß-Denkern. Die "Wahrheit" wird hier mitunter peinlich genau festgelegt. Die konstruktivistische Natur einer Aussage und ihrer Interpretation wird komplett außer Acht gelassen. Stattdessen wird sogar ein sozialer Zwang erhoben, sich der festgelegten Wahrheit anzuschließen. Bestes Beispiel derzeit: "Die AfD ist eine Nazi-Partei." Anhänger dieser Wahrheit halten es für ihre moralische Pflicht, an der unangreifbaren Stellung dieser Wahrheit in der Gesellschaft mitzuarbeiten. Sie tun es, indem sie sich selbst ganz stark von dieser Wahrheit überzeugt geben. Sie tun es, indem sie "glauben". Sie tun es, indem sie es immer wieder behaupten.

Damit ist das Spiel dann festgelegt: Die Guten sind die mit weißer Fahne, die Bösen sind die mit schwarzer Fahne (bzw. blauer Fahne). Und nun musst Du Dich zum richtigen Lager bekennen!

 

Konstruktivismus (0) des Himmelsreichs Schlüssel

"Und ich will dir des Himmelsreichs Schlüssel geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los sein." bibeltext.com

These: Die Bindungen und Nicht-Bindungen, um die es hier geht, sind die Assoziationen in unserem Kopf. Wir erschaffen/interpretieren/erkennen etwas und ordnen diesem etwas Eigenschaften, Namen, Qualitäten, Wertungen, Gefühle, Assoziationen zu. Wer diese Tätigkeit mit der Freiheit und Kraft seines "Geistes" ausübt, der ist der beste Verwalter der Realität und setzt die besten Maßstäbe. Die Gültigkeit der Bindungen reicht dann bis in den Himmel.

 

Konstruktivismus (1) Ehe

Die Ehe ist eine Realität, die existiert, weil wir daran glauben und uns entsprechend verhalten.

"Und hiermit erkäre ich Sie zu Mann und Frau."

(Es können nicht alle emotional mit der Homo-Ehe mitgehen. Wenn ja, ist das okay. Aber als Konstrukt ist die Homo-Ehe natürlich genauso gültig wie die Hetero-Ehe.)

 

Konstruktivismus (2) "Deutschland"

Staatsvolk, Staatsgebiet, Staatsrecht, Staatstraditionen, Kultur, Bräuche, Symbole, die Fahne, die Hymne… – plus der Glauben des Bürgers an (s)ein Deutschland.

 

Konstruktivismus (3) Ehe und Staat – äußere und innere Zwänge

Der Glaube an eine Ehe und der Glaube an einen Staat und ein Land sind im Grunde sehr ähnlich.

Dabei sollte klar sein: Es sollte niemand zwangsverheiratet werden. Weder mit einem Menschen, noch mit einer Nation, noch mit Ideen. – Es sollte auch niemand zwangsgeschieden werden. Wer seine Ehe liebt, sollte sie auch leben dürfen. – Ein innerer Zwang, der aufgrund eines aufgesetzten Glaubens an die Heiligkeit des "Bundes" fordert, unbedingt an diesem festzuhalten, ist natürlich ungesund. Ein solches Konstrukt ist dann wie vergiftet.

 

Konstruktivismus (4) Gruppen

AfD-ler, Muslime, Scientologen, Grüne, Flüchtlinge, Linke, Rechte, Deutsche, Türken, Europäer

– "vorgestellte Gemeinschaften"

Bezüglich vieler Menschengruppen gibt es die Konstrukteurs-Pflicht, sie genügend positiv zu konstruieren, oder zumindest nicht betont negativ ("Volksverhetzung"). Dies gilt allerdings nicht bei allen Gruppen…

 

Konstruktivismus (5) die wahre AfD, der wahre Islam

"Die AfD ist eine Nazi-Partei und der Islam ist eine Terror-Religion."

"Die AfD ist eine bürgerliche, liberal konservative Partei und der Islam ist eine Religion des Friedens."

 

Konstruktivismus (6) "die neue Rechte"

Demnächst auch: die allerneueste neue Rechte. Sie wird die größte, schönste und beste Rechte, die es je gab.

 

Konstruktivismus (7) Reichsbürger

Genies des Konstruktivismus!

 

 

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Sonntag, 4. Februar 2018
"Populismus"

Der Populismus-Vorwurf ist in den allermeisten Fällen selbst wieder nur ein Populismus:

Weitgehend inhaltsleer, pauschalisierend, ausgrenzend, manipulativ, die Angst und die Stumpfheit der Menschen ausnutzend. Diffamierend. Unehrlich. Mit der Hinterabsicht, Anhänger zu rekrutieren, den politischen Gegner schlecht zu machen. Gesinnungsorientiert.

"die rechtspopulistische AfD", "die linkspopulistische Linke", …

Es ist schade, dass wir keine anständigeren Journalisten und Nachrichtenschreiber haben.

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