Samstag, 19. September 2026
 in: Sprache, Sprachkritik

Michael Lüders heftet sich einen Sticker ans Jacket, bei dem Palästina Israel scheinbar vollständig verdrängt… 16:52 (Apollo News). Und Sarah Wagenknecht verteidigt ihn auch noch.

Ich bin ja grundsätzlich sehr offen für individuelle Kommunikationsstile. Ich versuche die Normierung von Sprache und Symbolen zu vermeiden, wo es nur geht. Es hat für mich einen faschistoiden Touch, Sprache zu normieren, wo es nicht unbedingt nötig ist. Allein schon deswegen, weil die Natur der Sprache eben so beschaffen ist, dass sie einen starken individuellen Pol hat. -- Doch es gibt Grenzfälle, bei denen ich die Interpretation eines durchschnittlichen Lesers ansetze, und nicht anders kann, als diese Quasi-Objektivität für verbindlich zu halten. Manchmal muss man eben wirklich darauf achten, was bei den anderen ankommt. Und wenn es nur Teile der Sprachgemeinschaft betrifft.

Ich kann mir dieses ziemlich fragwürdige Manöver nicht anders erklären, als dass das BSW auf Stimmenfang im propalästinensischen Lager geht.

Dass die israelische Regierung für ihre Kriegsführung und ihre "Landesverteidigung" schärfstens zu kritisieren ist, liegt für mich auf der Hand. Ich kann auch verstehen, dass man dafür Provokationen einsetzt. Aber diese Art von Provokation scheint mir zuviel Nebenwirkungen zu haben.



Ich plädiere für eine einfachere, klarere Definition von "Völkermord": Jede Massenabschlachtung, ob vorsätzlich oder fahrlässig, von Zivilisten, die mehr als 300 Opfer zählt.



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Ich akzeptiere, daß ein Islam­wissen­schaft­ler und ehema­liger Präsi­dent der Deutsch-​Arabi­schen-​Gesell­schaft sich den Inter­essen der Palä­sti­nenser derart ver­bunden fühlt, daß er in arabi­scher Sprache Wahl­kampf betreibt und einen roten Melo­nen-​Sticker am Revers trägt, der im Sinne von „from the river to the sea“ ganz Cis-​Jor­danien als palä­stinen­sisch sieht. Durch seinen direkten Bezug muß ich ihm auch abneh­men, daß er bei aller Ableh­nung Israels kein Juden­hasser ist.

Anderes muß ich bei Leuten vermuten, die aus weiter Ferne sich bemü­ßigt fühlen, im Kon­flikt recht kleiner Gruppen sehr emoti­onal, begriff­lich über­höht und künstlerisch wert­los meinen, sich israel­feind­lich hervor­zutun, dabei von Anti­zio­nismus statt Anti­semi­tismus faseln. Was ist ihr Inter­esse? Eher letz­teres. Daß ihnen ein Begriff wie Zionis­mus so geläu­fig ist, ja über­haupt exi­stiert, entlarvt sie.

Ich hatte bereits das Interview mit Frau Wagen­knecht bei Apollo News gesehen und fand es nicht so schön, daß Herr Mannhart pene­trant auf diesem Sticker herum­ritt, ähnlich der anderen Seite, die immer Stel­lung­nahmen zu Herrn Höcke fordert. Frau Wagen­knecht hätte nicht herum­eiern und die Sprach­rege­lung der AfD über­nehmen sollen: Da müssen Sie Herrn Höcke per­sön­lich fragen!

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Mir ist lieber, die Stimmen vieler Judenhasser landen beim BSW als bei der Linkspartei. Und da Michael Lüders sich sonst ja eher als differenzierter Denker hervortut, können die bei ihm vielleicht sogar noch was lernen; sich vielleicht sogar bessern.
Er selbst ist ganz bestimmt kein Judenhasser. Das sagt mir meine Menschenkenntnis.

Ja, Max Mannhart war etwas zu penetrant. Auch er hat die Unsitte drauf, sein Gegenüber live im Interview zur Einsicht eines Fehlers bekehren zu wollen. Das lassen die wenigsten Menschen mit sich machen.

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