Sonntag, 3. Januar 2021
Individualist! (Antifaschist!)

Ich bin in höchstem Maße "Individualist". Ich halte es für eine unbedingte Pflicht und ein unbedingtes Recht eines jeden, das Individuum-Sein zu üben; das Selbst-Sein. Jedes Handeln, bei dem das Individuum unterdrückt wird, geht mir an die Nieren.

Instinktiv revoltiert etwas in mir, wenn ich nur davon höre, dass irgend eine weltliche Instanz eine Schweigeminute im Gedenken an was auch immer der Gesellschaft auferlegen will. Das Thema mag noch so unstrittig sein, das politische Ziel noch so erhaben: Ich erwarte, dass jeder Teilnehmer die Gelegenheit bekommt, sich frei und ohne sozialen Druck dafür oder dagegen zu entscheiden. Ich erwarte, dass es niemand in Kauf nehmen möchte, auch nur eine einzige Seele zu irgend einem Ritual zu zwingen, zu dem sie nicht aus sich selbst heraus bereit ist. – Wird ein Gedenken nicht geschändet, wenn auch nur ein einzige Seele mit einem inneren Unwillen und Angst daran teilnimmt? Möchte denn niemand diese innere Qualität des Gedenkens beschützen? (Oder glaubt man gar nicht an das Gedenken? Ist alles so oder so nur Fassade?)

Wenn in manchen Schulen morgens ein Lied angestimmt wird und jeder Schüler brav mitsingen muss, erscheint mir das bereits wie eine frevelhafte Nötigung. Zähneknirschend kann ich grade noch die allgemeine Schulpflicht ertragen. Wenn der Schulbetrieb doch nur darauf ausgerichtet wäre, Individuen großzuziehen! Vor allem die Schwächsten der Schwächsten möchte ich vor allzuviel Konformismus beschützen. Die Schuluniformen, wie sie in England üblich sind, waren mir immer ein Greuel. (Allerdings sehe ich inzwischen auch, dass sie manchen Schüler aus armen Elternhaus vor Hänseleien beschützen.)

Uniformierte religiöse Kleidung, z.B. das islamische Kopftuch, ist mir ein Ärgernis. Ich gehe davon aus, dass ein gewisser Prozentsatz aller Kopftuchträgerinnen das Kopftuch nicht freiwillig trägt.

Dass man überhaupt darüber diskutiert hat, ob Spieler der deutschen Nationalmannschaft die Nationalhymne mitsingen sollen! Die Spieler, die sich im uniformen Teamdress die Lunge aus dem Hals rennen, tun doch schon genug! Dass sie in Reih und Glied dastehen, wenn die Hymne gespielt wird, ist schon genug.

Leute, die die Sprache normieren wollen, z.B. das Wort "völkisch" oder das Wort "Steak", sind mir ein Ärgernis. Diese Leute blenden mir den individuellen, subjektiven Pol der Kommunikation zu stark aus. (Auf EU-Ebene wird zur Zeit darüber verhandelt, ob Bezeichnungen wie "vegetarisches Steak" zulässig sind. Ich kann mich über diese Sprachlenkung von oben herab nur empören. Die Sprache gehört uns allen! Und ein jedes Individuum muss nach eigenen Maßstäben reden dürfen!)

Der Mainstream von heute ist mir ein Ärgernis. Seine Intoleranz bezüglich abweichender Meinungen ist erschreckend. Zur allgemeinen antirechten Einstellung von heute soll es keine Alternative geben. Alles, was von "Rechts" kommt, wird heute bis ins Mark dämonisiert. Jeder, der sich als Abweichler outet, wird zu einem Ausgestoßenen.

Ein Kernelement des Faschismus – wenn nicht das Kernelement – ist aus meiner Sicht eben diese Gleichschalterei in Bezug auf das Individuum. Jedes Individuum auf Linie bringen wollen; nicht nur äußerlich, sondern sogar innerlich! Gleiche Überzeugungen verlangen, gleiche Gedanken verlangen, gleiche Gefühle verlangen, gleiche Handlungen verlangen, gleiche Reaktionen verlangen… das ist für mich der Stoff aus einem Horrorfilm.

Die "Epoche des Faschismus": Man sollte diesen Term zuallererst mit den Glaubensreligionen und ihren elendigen Missionierungsbestrebungen in Verbindung bringen! Haben die nicht das Patent auf all das Schlechte, das später nur noch etwas weitergetrieben wurde? Die Verfolgung von Andersdenkenden ist zuallerst deren Erfindung! Und wie unerbittlich haben sie davon Gebrauch gemacht! Man hat Andersdenkende bis in den Tod getrieben. Man hat gefoltert und gemordet wie ein Wahnsinniger. – Ich verstehe beim besten Willen nicht, warum sich angeblich politisch Korrekte so laisser-faire geben in Bezug auf die zunehmende Islamisierung. Das Faschistische, das Missionieren und Gleichschalten, gehört zur DNA jeder Glaubensreligion. Selbst wenn es nicht in Mord und Totschlag ausartet: Die Unterdrückung des Individuums mit Angst, Angst und nochmal Angst – mit Angst vor Gott! – ist etwas äußerst Gewöhnliches in den Glaubensreligionen. – Wieso ruft hier keiner: "Wehret den Anfängen!"??? Wo sind hier die Antifaschisten? Gibt es Euch noch? Gibt es Euch überhaupt?






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